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Um Präsident Macron wird es einsam – Frankreich sucht Anschluss

gregroose (CC0), Pixabay
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Emmanuel Macron sitzt im Élysée-Palast, allein wie ein Schüler in der letzten Reihe, dessen Gruppenprojektpartner alle „krank“ geworden sind. Der französische Präsident ist politisch so isoliert, dass selbst seine eigenen Ex-Premiers jetzt laut fragen, ob man ihn nicht vielleicht besser … äh … austauschen sollte.

„Geordnet gehen“ – also bitte mit Stil!

Der ehemalige Regierungschef Édouard Philippe, einst Macrons politischer Wingman, hat nun öffentlich vorgeschlagen, dass der Präsident „auf geordnete Weise gehen“ solle.
Übersetzung aus dem Diplomatenfranzösisch: „Mach’s wie bei deiner Lieblingsserie, Emmanuel – ein eleganter Abgang, bevor die Quoten ganz abstürzen.“

Philippe empfiehlt: Erst einen Premier ernennen, der das Budget durchboxt, dann selbst das Weite suchen. „Das wäre dem Amt angemessen“, sagte er. In Frankreich nennt man so etwas Rücktritt mit Würde – in Deutschland wäre es vermutlich eine „persönliche Entscheidung aus familiären Gründen“.

Ex-Premiers im Absetzmodus

Auch Gabriel Attal, Macrons Kurzzeit-Premier (Jänner bis September 2024 – also etwa so lange wie eine Croissant-Tüte frisch bleibt), hat öffentlich erklärt, er verstehe den Präsidenten „nicht mehr“.
Das ist immerhin ehrlich – es geht mittlerweile der halben Nation so.

Attal warf Macron vor, die Nationalversammlung aufgelöst zu haben, nur um sich anschließend über die Folgen zu wundern. (Sinngemäß: Wer ein Haus anzündet, sollte sich über den Rauch nicht beschweren.)

Lecornu, der Letzte macht das Licht aus

Der gerade zurückgetretene Premier Sébastien Lecornu darf trotzdem noch weiterverhandeln – sozusagen als Interim-Praktikant der Stabilität. Macron gab ihm bis Mittwoch Zeit, „eine Grundlage des Handelns“ zu finden.
Was genau das heißt, weiß niemand. Vermutlich geht’s um so Dinge wie „das Land nicht vollständig kollabieren lassen“.

Dass er dabei ausgerechnet auch noch Neukaledonien auf dem Zettel hat, sorgte für Stirnrunzeln. Vielleicht hofft Macron, dort noch ein paar Unterstützer zu finden – notfalls auf den Inseln.

Linke, Rechte, Mitte – alle gegen alle

Die Linken fordern Neuwahlen, die Rechten fordern Neuwahlen, und die Mitte fordert … ein Glas Wein.
Die Sozialisten versuchen derweil, sich mit einem Vorschlag einzuschleimen: „Was wäre, wenn Macron einfach einen Premier von uns ernennt?“
Kurz gesagt: Niemand will Macron stürzen, aber alle wollen seinen Stuhl schon mal probe-sitzen.

Frankreich: Jetzt auch mit Triple-Krise™

Frankreich steckt gleichzeitig in einer politischen, wirtschaftlichen und emotionalen Krise.
Das Land ist hoch verschuldet, das Defizit explodiert – und Macrons Umfragewerte liegen irgendwo zwischen Zahnarzttermin und Parkstrafe.
Laut einer Umfrage halten 78 Prozent der Franzosen ihn für einen schlechten Präsidenten – die anderen 22 Prozent wurden vermutlich noch nicht erreicht, weil das Internet in ländlichen Gebieten wieder streikte.

Die Rechte reibt sich die Hände

Die wahren Gewinner der Macron-Müdigkeit sind die Rechtspopulisten.
Marine Le Pen (verurteilt, aber unermüdlich) und Jordan Bardella (verjüngte Ausgabe von „La France zuerst“) stehen in den Umfragen ganz oben.
Sollte es zu Neuwahlen kommen, droht Frankreich also bald ein Premier Bardella – was ungefähr so beruhigend klingt wie „Pilot: Elon Musk“.

Fazit: Macron bleibt (vorerst) allein zuhause

Macron hat angekündigt, er wolle sich „seiner Verantwortung stellen“. Was genau das heißt, weiß wieder niemand – vielleicht meditiert er einfach darüber, wie man ohne Freunde, Mehrheit und Vertrauen weiterregiert.
Frankreich schaut derweil zu, wie sein Präsident einsam am Fenster sitzt und murmelt:

„C’est pas moi, c’est la démocratie.“

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