Die Ukraine hat am Wochenende eine koordinierte und tiefgreifende Angriffswelle gegen vier russische Luftwaffenstützpunkte gestartet. Laut dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU wurden dabei mehr als 40 russische Kampfflugzeuge zerstört – darunter strategische Bomber und ein seltenes Aufklärungsflugzeug des Typs A-50.
Die Angriffe wurden im Rahmen einer streng geheimen Operation mit dem Codenamen „Spiderweb“ durchgeführt. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer „einzigartigen, mehr als 18 Monate vorbereiteten“ Aktion mit 117 Drohnen, die tief ins russische Hinterland eindrangen.
Hochpräziser Schlag gegen das Herz der russischen Luftwaffe
Ziel der ukrainischen Drohnen waren strategische Luftwaffenstützpunkte in Irkutsk, Ryazan, Murmansk und Ivanovo – teils bis zu 4.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Zu den zerstörten Flugzeugtypen zählen Tu-95 und Tu-22M3-Bomber sowie ein A-50-Radarflugzeug, das für die russische Luftraumüberwachung von entscheidender Bedeutung ist.
Ein SBU-Insider erklärte gegenüber CNN, dass der Angriff massive logistische Komplexität aufwies. Die Drohnen wurden getarnt in Holzhäusern auf Lastwagen transportiert, die sich bereits auf russischem Boden befanden. Per Fernsteuerung öffneten sich zu einem festgelegten Zeitpunkt die Dächer der mobilen Unterkünfte, und die Drohnen stiegen auf, um die Flugfelder anzugreifen.
CNN konnte Videomaterial verifizieren, das Flammen und Rauch auf dem Luftwaffenstützpunkt Belaya bei Irkutsk zeigt. Andere Videos belegen Explosionen in Murmansk. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte zwar Drohnenangriffe in mehreren Regionen, sprach aber von „abgewehrten Terrorakten“. Dennoch räumte Moskau ein, dass mehrere Flugzeuge beschädigt oder zerstört worden seien.
USA nicht vorab informiert – Milliardenverlust für Russland
Ein Sprecher der US-Regierung betonte, Washington sei nicht vorab über die Operation informiert worden. Ein ranghoher Verteidigungsbeamter bezeichnete die Aktion als „beispiellos in ihrer Ausführung und Komplexität“.
Die Schäden belaufen sich laut SBU auf geschätzte 7 Milliarden US-Dollar, etwa ein Drittel der russischen Trägerflugzeuge für Marschflugkörper soll durch den Angriff zerstört worden sein.
Symbolträchtiger Zeitpunkt: Vor Friedensgesprächen in Istanbul
Die Attacke erfolgte nur einen Tag vor geplanten Friedensgesprächen in Istanbul, bei denen Vertreter beider Länder erneut zusammenkommen sollen. US-Präsident Donald Trump zeigte sich zuletzt zunehmend frustriert über Wladimir Putins mangelnde Gesprächsbereitschaft – ein persönliches Treffen Putins mit Selenskyj war mehrfach angekündigt, aber nie realisiert worden.
Die ukrainische Delegation fordert für den Beginn ernsthafter Verhandlungen eine bedingungslose Waffenruhe, Gefangenenaustausch, die Freilassung von Geiseln sowie die Rückführung entführter Kinder.
Reaktion auf massiven russischen Angriff
Der Drohnenangriff gilt als direkte Reaktion auf den bislang größten russischen Drohnenangriff seit Kriegsbeginn, bei dem in der Nacht zuvor 472 russische Drohnen ukrainisches Gebiet attackierten. Außerdem hatte ein russischer Raketenangriff auf ein Ausbildungslager mindestens 12 Tote und über 60 Verletzte gefordert.
Fazit: Eskalation vor dem Dialog
Die Operation „Spiderweb“ markiert einen neuen strategischen Wendepunkt im Krieg – nicht nur wegen der Reichweite der Drohnen, sondern wegen ihrer Symbolkraft: Die Ukraine demonstriert, dass sie tief ins Herz des russischen Militärs vordringen kann. Ob dies die Verhandlungen in Istanbul antreibt oder zum Scheitern verurteilt, bleibt offen. Doch eines ist klar: Kiew zeigt, dass es nicht wartet, sondern handelt.
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