Startseite Allgemeines „Tyrannei? Das klingt wie ein neues Energy-Drink“ – Ein launiges Interview mit Fritz April, Markus Klöder und Larry Musikhammer zur US-Aufregung über die AfD
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„Tyrannei? Das klingt wie ein neues Energy-Drink“ – Ein launiges Interview mit Fritz April, Markus Klöder und Larry Musikhammer zur US-Aufregung über die AfD

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Moderator: Willkommen zu Diktatur oder doch nur Dienstag?, dem einzigen politischen Talk, bei dem der Verfassungsschutz zuhört, aber höflich die Schuhe auszieht. Mit dabei wie immer: Fritz April, der Mann, der schon 1983 auf einer Reichsbürger-Demo aus Versehen als DJ gebucht wurde, Markus Klöder, unser Außenpolitik-Experte ohne Reisepass, und natürlich Larry Musikhammer, der einzige Satiriker mit Hausverbot bei Twitter und Mastodon.

Moderator: Freunde, US-Außenminister Marco Rubio hat sich gestern zur deutschen Innenpolitik geäußert und gesagt, wir leben in einer „verkappten Tyrannei“. Was ist da los?

Fritz April: Ich wusste gar nicht, dass Marco Rubio noch lebt, ehrlich gesagt. Ich dachte, der ist mit Sarah Palin zusammen auf einer Ranch verschwunden und züchtet dort Verschwörungstheorien.

Markus Klöder: Naja, Tyrannei ist das neue „Besorgte Bürger“ im Diplomaten-Deutsch. Früher hat man gesagt: „Wir sind besorgt.“ Heute heißt es: „Ihr seid eine verkappte Diktatur.“ Klingt dramatischer. Ich vermute, nächste Woche kommt „Deutschland ist Nordkorea mit besseren Broten“.

Larry Musikhammer: Ich sag’s mal so: Wenn das Verfassungsschutzurteil eine Tyrannei ist, dann ist ein Tempolimit auch ein Bürgerkrieg. Die AfD wird als rechtsextrem eingestuft, und Amerika flippt aus. Weil Demokratie sich wehrt? Rubio denkt wahrscheinlich, Demokratie ist nur dann echt, wenn Leute mit Hornbrillen und Fackeln durchs Kapitol rennen.

Moderator: JD Vance, der Vizepräsident, hat nachgelegt. Er meinte: „Die Berliner Mauer steht wieder – diesmal vom deutschen Establishment gebaut.“

Fritz April: Ich habe ja gehofft, er meint eine neue Ikea-Filiale in Mitte. Aber nein – er meint, wenn eine rechtsextreme Partei nicht mitregieren darf, ist das wie DDR 2.0. Also ist jetzt Nicht-mit-Neonazis-reden = Mauerbau? Dann war Angela Merkel die Chefin der Stasi!

Markus Klöder: Moment, das ist doch alles nur Wahlkampf für zuhause. Rubio und Vance machen in Amerika gerade Werbung für ihre eigene AfD: weiße Männer mit Angst vor Windrädern. Da passt Deutschland als Feindbild wunderbar rein. Frei nach dem Motto: „Wir verteidigen eure Demokratie, solange sie aussieht wie unsere.“

Larry Musikhammer: Und Elon Musk hat natürlich auch wieder mitgetwittert – der denkt ja, Demokratie ist, wenn man online abstimmen darf, ob jemand gefeuert wird oder nicht.

Moderator: Was sagt ihr zur Begründung, dass die AfD nicht rechtsextrem sein könne, weil ihre Parteivorsitzende eine gleichgeschlechtliche Partnerin aus Sri Lanka hat?

Fritz April: Ja klar – und Kim Jong-un liebt Basketball, also ist Nordkorea eigentlich die Harlem Globetrotters. Was soll das denn beweisen?

Markus Klöder: Das ist so, als würde ich sagen: „Ich kann kein Rassist sein – ich hab mal Sushi gegessen.“ Identitätspolitik als Feigenblatt für politische Inhalte. Wenn’s nicht so traurig wär, wär’s ein Saturday Night Live-Skript.

Larry Musikhammer: Ich mein, das ist wie wenn die FDP sagt: „Wir können keine Reichenpartei sein – wir haben doch auch Studenten, die später reich werden wollen!“

Moderator: Wie geht’s jetzt weiter? Muss sich Deutschland Sorgen machen?

Fritz April: Nur wenn wir anfangen, uns von X-Tweets von Leuten ohne Erdkundekenntnisse diktieren zu lassen.

Markus Klöder: Ich sag mal so: Wenn Marco Rubio uns Tyrannei vorwirft, dann machen wir wohl was richtig.

Larry Musikhammer: Und wenn das nächste Mal jemand „Tyrannei in Deutschland!“ ruft, dann ist das hoffentlich nur die Limited Edition vom neuen AfD-Cola-Drink. „Jetzt mit weniger Fakten – aber mehr Reichweite!“

Moderator: Vielen Dank, meine Herren. Und an alle Zuschauer: Bleiben Sie demokratisch – das wirkt auf Dauer besser als Ritalin.

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