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Twitter mal mit Sarkasmus betrachtet

jensenartofficial (CC0), Pixabay
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Ach, wie herrlich ästhetisch! Unter dem feinsinnigen Blick von Elon Musk hat Twitter, der erlesenste aller Kurznachrichtendienste, kürzlich seine Präsentation von Links subtil verschönert. Jetzt, liebe Leute, werden wir beim Posten eines Nachrichtenartikels mit nichts so Banales und Proletarisches wie einer Überschrift belästigt. Wer braucht schon diese altmodischen, informativen Dinger? Die Neuerung, die unser visuelles Erlebnis unzweifelhaft aufwertet, stellt uns vor ein einfaches, geschmackvolles Bild mit dem dezenten Hinweis des Domainnamens. Dabei gleichen sich nun Links und hochgeladene Bilder so sehr, dass man als einfacher User die unerträgliche Last der Unterscheidung nicht mehr tragen muss. Wunderbar!

Natürlich, wie könnte es anders sein, genießen Werbelinks die exquisite Ehre, von dieser Revolution unberührt zu bleiben. Wie vornehm! Die Verabschiedung der Überschriften – eine brillante Idee, direkt aus Musks unfehlbarem kreativen Genius entsprungen – war sorgfältig seit August geplant. Und es geht um nichts Geringeres als Ästhetik, jene höchste aller Künste! Wie Musk uns via Tweet erleuchtet: „Das kommt direkt von mir. Wird die Ästhetik erheblich verbessern.“ Oh, welch Glück für die Menschheit!

Die Entscheidung kommt natürlich in einer Zeit, in der Twitter vor finanzieller Prosperität nur so strotzt – nicht! Seit Musks glorreicher Übernahme sinken die monatlichen US-Werbeeinnahmen des Dienstes ins Bodenlose. Mit einem dramatischen, beispiellosen Rückgang der Werbeeinnahmen – 78 Prozent im Dezember 2022 gegenüber dem Vorjahr – erlebt das Unternehmen offensichtlich goldene Zeiten. Doch nicht verzagen, mit Musks ästhetischem Gespür am Steuer ist die Zukunft sicher… interessant. Twitter selbst hat zu diesen bezaubernden Daten nichts zu sagen, aber wer braucht schon Kommentare, wenn man stattdessen pure Ästhetik haben kann?

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