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Trumps Vorstoß zur „Eroberung“ Grönlands löst diplomatische Spannungen aus

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Kurz vor dem Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos sorgt US-Präsident Donald Trump erneut für internationale Irritationen – diesmal mit einer Rückkehr zu einem altbekannten Ziel: der Kontrolle über Grönland. In einer Serie provokanter Beiträge auf seiner Plattform Truth Social bekräftigte Trump, dass die Vereinigten Staaten Anspruch auf die größte Insel der Welt hätten – „notfalls auch mit militärischen Mitteln“.

In einem öffentlich geteilten Textwechsel mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron schrieb Trump: „Ich verstehe nicht, was Sie da mit Grönland machen“, was Macron laut einem französischen Regierungsbeamten tatsächlich so an Trump gesendet haben soll.

Provokationen per Bildmanipulation

Zu den Veröffentlichungen des Präsidenten zählte unter anderem ein manipuliertes Foto, das EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Oval Office neben einer Karte zeigt, auf der Grönland und Kanada als US-Territorien markiert sind. Ein weiteres Bild – laut Trump mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt – zeigt ihn selbst beim Hissen einer US-Flagge auf grönländischem Boden, flankiert von Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio. Daneben ein Schild mit der Aufschrift: „US TERRITORY. EST. 2026.“

Von der Leyen reagierte in Davos ungewohnt scharf: „Trumps neue Zollandrohungen verstoßen gegen das Handelsabkommen vom vergangenen Sommer. Wenn Freunde sich die Hand reichen, muss das auch etwas bedeuten.“

EU bereitet Vergeltungszölle vor

Hintergrund der Eskalation sind neue US-Zollankündigungen auf europäische Importe im Wert von rund 100 Milliarden US-Dollar. Diese gelten als Reaktion auf die europäische Ablehnung von Trumps Grönland-Plänen. Die EU prüft nun ihrerseits Strafmaßnahmen. Eine neue Handelsspannung zwischen den transatlantischen Partnern scheint unausweichlich.

Währenddessen entsandten mehrere europäische NATO-Staaten – darunter Deutschland, Norwegen und das Vereinigte Königreich – auf Bitte Dänemarks kleinere Truppenkontingente nach Grönland. Offiziell dient die Operation „Arctic Endurance“ der Aufklärung und dem Training im Rahmen der NATO-Sicherheitskooperation im arktischen Raum. Ziel sei es, auf langfristige militärische Präsenzkonzepte hinzuarbeiten, so Dänemarks Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen.

Grönland zeigt sich unbeeindruckt

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bekräftigte in einer Pressekonferenz: „Grönland ist eine demokratische Gesellschaft, die ihre Entscheidungen selbst trifft. Die jüngsten Aussagen aus Washington ändern daran nichts.“ Eine Aufnahme Grönlands als US-Territorium sei nicht verhandelbar, so Nielsen weiter. Die Drohungen seien „respektlos und völkerrechtswidrig“.

Persönliche Motive? Trump verweist auf Nobelpreis

Für weitere Verstimmung sorgte ein bekanntgewordener Text Trumps an den norwegischen Premierminister Jonas Gahr Støre. Darin bringt der Präsident seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck, den Friedensnobelpreis nicht erhalten zu haben – und verbindet dies mit seiner zunehmenden Bereitschaft, außenpolitische Entscheidungen „nicht mehr nur im Geiste des Friedens“ zu treffen. Wörtlich schrieb Trump: „Da euer Land mir den Nobelpreis verwehrt hat, sehe ich mich nicht länger verpflichtet, ausschließlich an Frieden zu denken.“

Inneramerikanische Kritik

Auch im eigenen Land regt sich Widerspruch. In einem seltenen gemeinsamen Statement verurteilten drei prominente katholische Erzbischöfe – darunter Kardinal Blase J. Cupich aus Chicago – Trumps außenpolitische Rhetorik. Militärische Gewalt dürfe nicht als Instrument „nationaler Interessen“ missbraucht werden, hieß es. Ohne Trump namentlich zu nennen, verwiesen sie auf „jüngste Entwicklungen in Venezuela, der Ukraine und Grönland“.

Fazit: Kein Rückzug in Sicht

Trump selbst erklärte bei einem Auftritt in Florida, es gebe „kein Zurück mehr“ in der Grönland-Frage. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos wird erwartet, dass sich die Auseinandersetzung weiter zuspitzt – zwischen einem US-Präsidenten, der die geopolitische Landkarte neu zeichnen will, und einem Europa, das auf Vertragstreue und internationales Recht pocht.

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