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Trumps Strafzölle treiben Afrika in Chinas Arme

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Mit der Einführung massiver US-Strafzölle auf afrikanische Exporte hat Präsident Donald Trump die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Afrika dramatisch verschärft – mit weitreichenden Folgen. Statt einem „faireren Welthandel“ rückt der Kontinent nun enger an China, das die Gelegenheit nutzt, sich als alternativer Wirtschaftspartner zu positionieren.


Afrika – der unerwünschte Kollateralschaden

Afrikanische Länder wie Südafrika, Libyen, Algerien und Tunesien wurden mit Zöllen von 25–30 % belegt, während weitere 18 Staaten, darunter das verarmte Lesotho, 15 % zahlen müssen. Die Folge: Exporte in die USA werden unattraktiv bis unrentabel. Besonders hart trifft es die Textilindustrie und Landwirtschaft, wo bereits Zehntausende Jobs in Gefahr sind.

Lesothos Premierminister sprach von einem „nationalen Desaster“, da nicht nur Zölle verhängt wurden, sondern auch US-Entwicklungshilfe gestrichen wurde. Dabei ist Lesotho ein bedeutender Textilzulieferer für die USA mit einem Handelsvolumen von über 240 Mio. USD jährlich.


China profitiert – und handelt schnell

Während Washington auf Konfrontation setzt, kündigte Peking bereits im Juni an, nahezu alle afrikanischen Exporte zollfrei zu behandeln. Damit stärkt China seine Position als wichtigster bilateraler Handelspartner Afrikas weiter. Südafrikanische Analysten sehen hierin eine historische Chance für den globalen Süden – „China könnte die neue USA werden“, so Forscher Neo Letswalo.

Doch dieser Kurswechsel birgt Risiken: Unausgewogene Handelsbilanzen und die Abhängigkeit von chinesischen Fertigwaren könnten einheimische afrikanische Industrien gefährden, warnen Ökonomen. Viele afrikanische Länder exportieren nach China fast ausschließlich Rohstoffe – ein altes Problem mit kolonialem Beigeschmack.


Afrikas Ausweg: mehr Selbstständigkeit

Trump ignorierte afrikanische Versuche, einen Deal auszuhandeln, vollständig – ein „offenes Tor für China“, sagt Letswalo. Nun fordern Experten den schnellen und umfassenden Ausbau des African Continental Free Trade Area (AfCFTA)-Abkommens, das seit 2020 existiert, aber nur schleppend umgesetzt wird.

Ökonom Bismarck Rewane sieht in der Krise eine Chance zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit Afrikas: „Der Kontinent muss weg von außenorientierter Abhängigkeit und stattdessen nach innen schauen.“


Fazit:

Trumps Zölle stoßen Afrika vor den Kopf – und treiben es ausgerechnet in die Arme seines größten Rivalen, China. Doch Afrikas Zukunft liegt nicht in der vollständigen West- oder Ostbindung, sondern in einem starken, eigenständigen Binnenmarkt mit kluger strategischer Partnerschaft. Ob das gelingt, hängt jetzt weniger von Washington oder Peking ab – sondern von Afrika selbst.

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