Ein Jahr nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus erhält US-Präsident Donald Trump laut einer neuen landesweiten Umfrage schlechte Noten für seine Amtsführung. 58 % der Befragten bezeichneten sein erstes Jahr zurück im Amt als „Fehlschlag“, so eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts SSRS im Auftrag von CNN.
Die Befragung wurde vom 9. bis 12. Januar 2026 unter 1.209 Erwachsenen durchgeführt. Die Fehlermarge beträgt ±3,1 Prozentpunkte.
Wirtschaft bleibt zentrales Thema – und größte Kritik
Wie schon in vorherigen Umfragen zeigt sich: Die Wirtschaft ist weiterhin das dominierende Thema für US-Wähler*innen. Eine Mehrheit (55 %) ist der Meinung, dass Trumps Politik die wirtschaftliche Lage verschlechtert habe, während nur 32 % von einer Verbesserung sprechen.
Besonders hart fällt die Kritik beim Thema Lebenshaltungskosten aus: 64 % der Befragten sagen, Trump habe nicht genug getan, um Preise für Güter des täglichen Bedarfs zu senken – darunter auch etwa die Hälfte der Republikaner.
Wenig Vertrauen in Motive und Verbindung zur Bevölkerung
Nur rund ein Drittel der Befragten glaubt, dass Trump das Wohl des Landes über persönliche Interessen stellt (37 %) oder dass er mit den alltäglichen Problemen der Amerikaner vertraut ist (32 %).
Auch die wirtschaftlichen Erwartungen haben sich eingetrübt: Nur etwa 40 % glauben, dass sich die wirtschaftliche Lage im kommenden Jahr verbessern wird – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als noch 56 % eine positive Entwicklung erwarteten.
Trumps aktuelle Zustimmungswerte im Überblick
Der aktuelle Zustimmungswert liegt laut CNN-Umfrage bei 39 %. In der republikanischen Wählerschaft bleibt Trumps Rückhalt jedoch stark: Neun von zehn Republikanern bewerten seine Arbeit positiv.
Dieser Wert liegt unter dem Durchschnitt anderer Umfragen: Die Aggregatoren von RealClearPolitics und der New York Times zeigen, dass Trumps Beliebtheitswerte seit dem Frühjahr 2025 netto negativ sind – mit Werten zwischen 41 % und 45 %.
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Laut RealClearPolitics lag die Zustimmung am 16. Januar 2026 bei 42,1 %, bei einer Ablehnung von 55,3 % – nahe dem bisherigen Höchstwert an Ablehnung.
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Die New York Times meldet ähnliche Werte: 42 % Zustimmung, 55 % Ablehnung.
Beide Aggregatoren verzeichneten einen deutlichen Einbruch der Beliebtheit im Herbst 2025, unter anderem bedingt durch das Ende eines Regierungsstillstands und wiederaufkommende Debatten rund um ältere Justizthemen.
Politische Verantwortung und öffentliche Wahrnehmung
Obwohl Trump weiterhin die Verantwortung für die wirtschaftlichen Probleme der USA bei den Demokraten sieht, wächst offenbar die Kritik, auch innerhalb der eigenen Wählerschaft. In öffentlichen Auftritten verteidigt Trump seine Maßnahmen – kündigt aber zugleich neue Pläne zur „Wiederherstellung der Bezahlbarkeit“ an, wie zuletzt auf einer Veranstaltung in Detroit.
Fazit
Ein Jahr nach Amtsantritt sehen viele Amerikaner*innen mehr Schatten als Licht in der Amtszeit des Präsidenten. Die wirtschaftliche Lage, gepaart mit einem Vertrauensverlust in persönliche Integrität und Empathie, scheint Trumps Rückhalt in der breiten Bevölkerung zu belasten – auch wenn seine Kernwählerschaft weiterhin geschlossen hinter ihm steht.
Ob sich diese Stimmung in den kommenden Monaten verändert, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie Trump auf die wirtschaftlichen Sorgen und die Kritik an seiner Führung reagiert.
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