Nach dem Tod des früheren FBI-Direktors Robert Mueller sorgt eine Äußerung von US-Präsident Donald Trump für Empörung – und gleichzeitig für auffällige Zurückhaltung bei seinem bevorzugten Nachrichtensender Fox News.
Kurz nach Bekanntwerden von Muellers Tod am Samstag schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social: „Robert Mueller ist gerade gestorben. Gut, ich bin froh, dass er tot ist. Er kann unschuldigen Menschen nicht länger schaden.“ Die Worte lösten parteiübergreifend Kritik aus. Beobachter werteten sie als weiteren Beleg für Trumps kompromisslosen Umgang mit politischen Gegnern – selbst über deren Tod hinaus.
Auffällig ist jedoch: Wer am Wochenende ausschließlich Fox News verfolgte, bekam von dieser Kontroverse kaum etwas mit. Zwar berichtete der Sender mehrfach über Muellers Tod, zitierte jedoch Trumps umstrittene Reaktion nicht. Stattdessen beschränkten sich die Beiträge überwiegend auf kurze Meldungen ohne Einordnung.
Selbst in längeren Sendungen blieb das Thema ausgespart. In einer Diskussion bei Moderator Trey Gowdy etwa wurde ausführlich über die Hintergründe der Russland-Ermittlungen gesprochen – Muellers Rolle als Sonderermittler wurde dabei erneut kritisch dargestellt. Trumps Äußerung jedoch blieb unerwähnt.
Dabei war man sich bei Fox durchaus bewusst, welche Sprengkraft die Aussage hatte. Auf der Website des Senders wurde Trumps Kommentar prominent zitiert. Im Fernsehprogramm hingegen kam er nicht vor.
Diese Diskrepanz wirft erneut Fragen zum Umgang des Senders mit dem Präsidenten auf. Kritiker sehen darin ein Beispiel für selektive Berichterstattung: Unangenehme oder schwer zu verteidigende Aussagen würden ausgeblendet, während andere Themen verstärkt hervorgehoben werden.
Auch innerhalb des konservativen Lagers regte sich vereinzelt Widerspruch. Der langjährige Fox-Analyst Brit Hume schrieb auf der Plattform X, Trumps Worte seien genau die Art von Aussagen, die Ablehnung und sogar Hass gegenüber ihm verstärkten. „Es gab keinen Grund, überhaupt etwas zu sagen“, so Hume.
Auf anderen Sendern hingegen wurde die Äußerung breit diskutiert. CNN-Moderatorin Dana Bash bezeichnete Trumps Reaktion als schockierend – auch wenn sie im Kontext seiner bisherigen Rhetorik kaum überraschend sei.
Es ist nicht das erste Mal, dass Fox News bei kontroversen Aussagen Trumps Zurückhaltung übt. Bereits in früheren Fällen – etwa nach abfälligen Kommentaren über verstorbene politische Gegner – verzichteten Moderatoren häufig darauf, diese direkt zu thematisieren.
Für Medienbeobachter ergibt sich daraus ein bekanntes Muster: Während Fox News Trumps politische Agenda oft aktiv unterstützt, werden besonders polarisierende Aussagen mitunter ausgeblendet. Das Schweigen wird so selbst zur Botschaft.
Der Fall Mueller zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich Medien mit denselben Ereignissen umgehen – und wie stark redaktionelle Entscheidungen die Wahrnehmung politischer Realität prägen können.
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