Wenn der Immobilienmarkt langweilig wird, muss man eben umdisponieren: Donald J. Trump, Immobilienmogul, Hobby-Geopolitiker und laut Eigenaussage auch Teilzeit-Galionsfigur der freien Welt, hat mal wieder Fernweh. Diesmal nicht nach Golfplätzen oder TV-Studios – sondern nach Grönland.
Die eisige Insel im Norden steht zwar nicht offiziell zum Verkauf – aber was kümmert das schon einen Mann, der auch beim UNO-Gebäude vermutlich schon mal nach Quadratmeterpreisen gefragt hat?
„Wir machen das jetzt – freundlich oder mit Feuerkraft“
Trump, der sich offenbar zwischen zwei Social-Media-Posts in einen Risk-Spieler aus Leidenschaft verwandelt hat, drohte am Freitag damit, Grönland notfalls auch mit Gewalt zu übernehmen. Frei nach dem Motto: Ich würde ja gerne verhandeln – aber mein Flugzeug ist sowieso schon getankt.
„Wir werden etwas mit Grönland machen – ob sie wollen oder nicht“, so Trump. Ob er dabei auf eine Übernahme im Stil von Monopoly, GTA oder klassischem Kolonialismus anspielt, ließ er offen. Vielleicht war es auch einfach nur der Versuch, Alaska nicht mehr so einsam wirken zu lassen.
Grönland: Kein Bock auf Trump Tower Nuuk
Die grönländische Antwort kam prompt und einstimmig von allen fünf Parteien des Regionalparlaments: „Keine Amerikaner, keine Dänen – wir wollen Grönländer sein.“ Was in etwa so klingt wie: „Vielen Dank für Ihr Interesse, Herr Trump. Aber nein, wir möchten unser Land ungern in eine Reality-Show verwandeln.“
Ein bisschen verwunderlich ist das schon: Wer träumt nicht davon, dass sein Land plötzlich „Trump Ice Resort Arctic Edition“ heißt und alle Straßenschilder durch golden glänzende Logos ersetzt werden?
Gefahr für die NATO – oder neue Vermarktungschance?
Während Europa diplomatisch den Eiskübel über Trumps Drohungen ausschüttet, sorgen sich Politiker wie Armin Laschet darum, ob man notfalls mit diplomatischen „klaren Worten“ gegenmarschieren könnte. (Spoiler: „Krieg gegen die USA? Schwierig.“)
Jens Stoltenberg, Ex-NATO-Generalsekretär, warnt derweil vor Eskalation und erinnert daran, dass die NATO „verteidigen“ solle – nicht vermarkten.
Sicherheit durch Besitzurkunde
Trump wiederum begründet seine Begehrlichkeiten natürlich mit dem bewährten Klassiker „nationale Sicherheit“ – schließlich könnten russische und chinesische Schiffe jeden Moment aus dem Nebel auftauchen und Grönland mit heißen Frühlingsrollen und Wodka überrollen. „Wir müssen Grönland haben, bevor es jemand anderes nimmt“, so der Präsident mit dem Besitzdrang eines Kleinkinds im Spielzeugladen.
Dass die USA dort bereits seit 1951 militärisch präsent sind? Kleines Detail. Trumps Antwort: „Man verteidigt Eigentum. Keine Mietverträge.“ Möglicherweise hat er das auch schon einmal bei seinen Ex-Eheverträgen versucht.
Fazit: Eskalation mit Eisschmelze
Was bleibt? Ein Präsident, der aus geopolitischen Krisen PR-Kampagnen macht. Ein Inselstaat, der keinen Trump-Tower will. Und ein transatlantisches Bündnis, das sich fragt, ob es bald Dolmetscher für „Größenwahn“ braucht.
Die gute Nachricht: Grönland bleibt vorerst eisig – auch gegenüber Einmischungsversuchen aus Übersee.
Die schlechte: Die nächste „freundliche Übernahme“ plant Trump womöglich schon – vielleicht Island. Oder den Mond.
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