Nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat Ex-Präsident Donald Trump in Davos eine überraschende „Rahmenvereinbarung“ über die Zukunft Grönlands angekündigt. Auf seiner Plattform Truth Social sprach Trump von einem „sehr produktiven Treffen“ und einem „künftigen Abkommen über Grönland“ – ließ jedoch konkrete Details offen.
🇩🇰 Souveränität ist nicht verhandelbar
Sowohl Dänemark als auch Grönland reagierten prompt – und entschieden:
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Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen betonte:
„Wir können über vieles verhandeln – aber nicht über unsere Souveränität.“
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Grönlands Premier Jens-Frederik Nielsen sprach von einer „roten Linie“.
„Nur Grönland und das Königreich Dänemark haben das Mandat, über Grönlands Zukunft zu verhandeln.“
Nielsen erklärte zudem, dass er keine Kenntnis über die Inhalte der von Trump angesprochenen Rahmenvereinbarung habe – ein Umstand, der für Unmut sorgt.
🤝 Was könnte im Deal stehen?
Laut Berichten der New York Times und CNN werden hinter den Kulissen verschiedene Modelle diskutiert:
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Zonen mit US-Souveränität – ähnlich wie die britischen Militärbasen auf Zypern.
→ Kaum realistisch, da Grönland und Dänemark dies klar ablehnen. -
Langfristiger Pachtvertrag – angelehnt an das Modell Guantánamo Bay auf Kuba.
→ Würde eine „Kontrolle ohne Kauf“ ermöglichen. -
Erweiterung des bestehenden Abkommens von 1951 –
→ Die USA dürfen bereits Truppen in Grönland stationieren (z. B. in der Basis Pituffik). Ein neuer Vertrag könnte:-
den militärischen Zugriff ausbauen,
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russische/chinesische Einflussnahme verhindern,
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Kooperation bei Rohstoffen regeln.
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🧭 Was will Trump in Grönland?
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Militärisch-strategische Kontrolle im Nordatlantik
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Trump plant ein „Golden Dome“-Raketenabwehrsystem, das US-Territorien vor Russland und China schützen soll.
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Grönlands geografische Lage ist dabei von zentraler Bedeutung.
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Zugang zu Rohstoffen
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Grönland verfügt über bedeutende Vorkommen an Seltenen Erden – wichtig für Hightech- und Rüstungstechnologie.
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Trump betont, es gehe „nicht um Reichtümer“, aber US-Kontrolle sei „strategisch vorteilhaft“.
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🌍 Spannungen mit NATO und EU
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Dänemark machte deutlich: Ein militärischer Zugriff durch einen NATO-Partner würde das Bündnis fundamental infrage stellen.
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Der Auftritt Trumps in Davos sorgte bei vielen EU-Partnern für Verunsicherung – auch, weil Grönland offenbar nicht aktiv einbezogen wurde.
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Grönlands Außenminister Vivian Motzfeldt betonte, er habe Trump lediglich Grönlands „rote Linien“ übermittelt, jedoch kein Mandat für Verhandlungen erhalten.
🧩 Fazit: Symbolpolitik oder ernsthafte Strategie?
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Der angekündigte „Rahmenvertrag“ ist bislang nicht dokumentiert, viele Inhalte bleiben spekulativ.
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Dänemark und Grönland zeigen sich geschlossen und entschlossen: Es wird keine Abstriche bei der Souveränität geben.
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Für NATO und EU ist der Fall ein Testfall für die Einheit westlicher Partner angesichts wachsender geopolitischer Spannungen in der Arktis.
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