US-Präsident Donald Trump hat mit einer überraschenden und umstrittenen Idee erneut weltweit für Aufsehen gesorgt: Die USA sollen die Kontrolle über den Gazastreifen übernehmen und ihn in eine luxuriöse Tourismusregion verwandeln – eine Art „Riviera des Nahen Ostens“.
Diese Ankündigung, die Trump am Dienstagabend gemeinsam mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu präsentierte, kam nicht nur für die internationale Gemeinschaft unerwartet – sondern auch für viele seiner eigenen Berater.
Wie entstand Trumps Gaza-Vision?
Laut CNN-Quellen entwickelte sich die Idee über mehrere Wochen hinweg – scheinbar aus Trumps eigenem Kopf, ohne größere Konsultationen mit Experten. Sein Nahost-Gesandter Steve Witkoff reiste kürzlich in den Gazastreifen und berichtete über die dortige Zerstörung:
„Es gibt dort keine funktionierenden Versorgungsleitungen, kein Wasser, keinen Strom, keine Infrastruktur. Gott weiß, welche Krankheiten dort grassieren.“
Diese Schilderungen beeindruckten Trump so sehr, dass er sich verstärkt mit Gaza beschäftigte. Er ärgerte sich darüber, dass keine anderen Länder konkrete Lösungen für den Wiederaufbau vorschlugen – und entschied kurzerhand, dass die USA das Problem selbst in die Hand nehmen sollten.
Sein Presseteam behauptete später, dass Trump die Idee schon länger mit sich herumtrug. Allerdings wurde der Plan erst unmittelbar vor der Pressekonferenz niedergeschrieben – offenbar als spontane Eingebung des Präsidenten.
Internationale und nationale Reaktionen
1. Überraschung im eigenen Lager
Selbst führende republikanische Politiker schienen völlig überrumpelt. Ein hochrangiger republikanischer Berater erklärte CNN:
„Nicht ein einziges Mal hat Trump dieses Thema in unseren Sicherheitsgesprächen erwähnt.“
Auch Außenminister Marco Rubio, der sich zum Zeitpunkt der Ankündigung in Guatemala aufhielt, erfuhr erst durch die Live-Übertragung von Trumps Gaza-Plan. Seine erste Reaktion auf X (ehemals Twitter):
„Die USA sind bereit, Gaza wunderschön zu machen. Wir streben einen dauerhaften Frieden für alle Menschen in der Region an.“
Was genau das bedeuten soll? Unklar.
2. Israel: Netanjahu gefällt der Vorschlag
Während viele Beobachter fassungslos auf Trumps Worte reagierten, konnte sich einer ein breites Grinsen nicht verkneifen: Benjamin Netanjahu.
Ob der israelische Premierminister über die Details von Trumps Plan im Vorfeld informiert war, bleibt fraglich. Doch die Grundidee – Gaza unter US-Verwaltung, keine sofortige Rückkehr der Palästinenser – scheint in Teilen der israelischen Regierung auf Wohlwollen zu stoßen.
3. Palästinenser und arabische Staaten: Entsetzen
Für die palästinensische Führung und viele arabische Staaten ist Trumps Plan ein politisches und diplomatisches Erdbeben. Schon einen Tag nach der Ankündigung hagelte es scharfe Kritik:
- Palästinenserführer lehnen eine „Übernahme“ Gazas durch die USA ab.
- Jordanien und Ägypten, zwei Schlüsselakteure im Nahost-Friedensprozess, machten sofort deutlich, dass sie keine palästinensischen Flüchtlinge aufnehmen werden.
- Saudi-Arabien und die Golfstaaten zeigten sich besorgt über mögliche neue Spannungen in der Region.
Ein Immobilienprojekt oder US-Militärpräsenz?
Ein besonders heikler Punkt bleibt die mögliche Entsendung von US-Truppen nach Gaza.
Während Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, die Idee sei nur als temporäre Lösung gedacht, ließ Trump selbst das Thema offen. Noch vor wenigen Jahren war er ein harter Kritiker von „endlosen Kriegen und Besatzungen“ – doch nun deutet er an, dass eine dauerhafte US-Präsenz in Gaza denkbar wäre.
Kritiker befürchten, dass sich Gaza in eine neue geostrategische Belastung für die USA verwandeln könnte – ähnlich wie frühere Konflikte im Irak oder in Afghanistan.
Fazit: Ein chaotischer Vorschlag mit explosiver Wirkung
Trumps Idee, Gaza in eine Art „Las Vegas am Mittelmeer“ zu verwandeln, mag für ihn wie ein genialer Geschäftscoup klingen – doch geopolitisch sorgt sie für enormes Chaos:
✅ Überraschung und Verwirrung in den USA – selbst republikanische Verbündete waren nicht vorbereitet.
✅ Ernsthafte Spannungen in der arabischen Welt, die Trumps Pläne als neue Form kolonialer Kontrolle sehen.
✅ Ein fragwürdiger wirtschaftlicher Ansatz, der Gaza von einem Kriegsgebiet in ein Urlaubsparadies umwandeln soll – ohne einen klaren Plan für Frieden oder Governance.
Ob Trumps „Gaza-Übernahme“ tatsächlich umgesetzt wird, bleibt fraglich. Doch eines ist sicher: Die internationale Diplomatie hat jetzt ein neues Problem auf dem Tisch.
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