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Trumps Friedensmissionen geraten ins Wanken – Realität holt Ukraine- und Nahost-Pläne ein

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Friedenswünsche sind leicht ausgesprochen, doch deren Umsetzung erweist sich als deutlich schwieriger. Das muss auch US-Präsident Donald Trump derzeit schmerzlich erfahren: Seine ambitionierten Friedensinitiativen im Nahen Osten und in der Ukraine stehen vor ernsten Herausforderungen – und das trotz anfänglicher symbolischer Erfolge.

Friedenshoffnung trifft geopolitische Realität

Nach dem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas, den Trump als „historischen Durchbruch“ gefeiert hatte, scheint die Lage bereits wieder zu kippen: Zwei israelische Soldaten wurden am Wochenende getötet, woraufhin Israel Luftangriffe in Gaza flog. Zwar hält die Waffenruhe offiziell noch, doch die Spannungen nehmen wieder zu.

Vizepräsident JD Vance reiste deshalb eilig in die Region, um das fragile Abkommen zu stabilisieren. Gleichzeitig bemühen sich US-Diplomaten wie Jared Kushner darum, mit einer internationalen Stabilisierungstruppe und einer „technokratischen palästinensischen Verwaltung“ einen Übergang einzuleiten. Doch bislang ist die Umsetzung kaum über das Planungsstadium hinausgekommen.


Trump bricht Ukraine-Gipfel mit Putin ab

Auch in der Ukraine drohen Trumps Bemühungen zur Friedensfindung zu scheitern. Noch vor wenigen Wochen sprach Trump von einem möglichen Gipfeltreffen mit Wladimir Putin in Budapest. Nun erklärte er, dass ein solches Treffen „Zeitverschwendung“ sei, nachdem Gespräche zwischen Außenminister Marco Rubio und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow ergebnislos blieben.

Die Erwartungen an Russland, ernsthafte Kompromissbereitschaft zu zeigen, wurden durch neue Drohnenangriffe auf ukrainische Infrastruktur zunichtegemacht – ein altbekanntes russisches Mittel, um den Winter als Waffe einzusetzen.

Trump zeigte sich frustriert: „Ich will kein weiteres nutzloses Treffen“, erklärte er. Dennoch wandte er sich anschließend nicht etwa an Putin, sondern übte Druck auf den ukrainischen Präsidenten Selenskyj aus – ein wiederkehrendes Muster, das bislang keine Resultate brachte.


Putins Strategie bleibt unverändert – und unnachgiebig

Russland beharrt weiter auf Gebietsansprüchen in Luhansk und Donezk, die für die Ukraine unannehmbar sind. Für Kiew wäre ein solcher Schritt ein gefährlicher Präzedenzfall – und eine Einladung für zukünftige Angriffe.

Selenskyj kommentierte die Lage trocken: „Sobald das Thema Langstreckenwaffen für uns vom Tisch war, verlor Russland sofort das Interesse an Diplomatie.“

Die Situation gleicht einem diplomatischen Karussell: Immer wenn Trump mit Sanktionen oder militärischer Hilfe droht, signalisiert Putin Gesprächsbereitschaft – nur um dann wieder die Bedingungen zu diktieren. Trump reagiert darauf mit Druck auf die Ukraine – und das Ergebnis ist stets dasselbe: Stillstand.


Nahost-Plan steht auf der Kippe

Trump hatte gehofft, dass ein Erfolg im Nahen Osten seinem Ukraine-Plan Rückenwind verleiht. Doch auch hier bröckelt das Fundament:

  • Hamas nutzt die Waffenruhe zur internen Machtsicherung, inklusive Racheakten an mutmaßlichen Kollaborateuren.

  • Internationale Beteiligung an einer Stabilisierungstruppe bleibt bisher theoretisch – kein arabischer Staat will eigene Truppen zwischen Israel und Hamas schicken.

  • Trump sprach auf Truth Social euphorisch davon, dass viele „GROßE VERBÜNDETE“ bereit seien, auf sein Bitten hin „mit starker Truppe“ nach Gaza zu gehen – bislang bleibt das Wunschdenken.


Fazit: Zwischen Symbolik und Stillstand

Präsident Trump verkauft kleine diplomatische Teilerfolge als große Durchbrüche, doch die Realität ist komplexer:

  • Weder in Gaza noch in der Ostukraine ist eine stabile Lösung in Sicht.

  • Trumps Strategie, persönliche Diplomatie über institutionelle Außenpolitik zu stellen, stößt an ihre Grenzen.

  • Ohne konkrete Fortschritte drohen beide Friedensinitiativen zu scheitern, bevor sie politisch Wirkung entfalten können.

Trump selbst bleibt dennoch optimistisch – zumindest öffentlich. Doch in Wahrheit dürfte ihm langsam klar werden: Immobilien zu sanieren ist einfacher als Kriege zu beenden.

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