Die erste große Ölveräußerung der Trump-Regierung aus venezolanischen Beständen sorgt für diplomatische Unruhe und politische Kritik – vor allem aus dem US-Senat. Fünf demokratische Senatoren, darunter Elizabeth Warren und Ron Wyden, haben am 15. Januar Briefe an über ein Dutzend großer US-Banken geschickt – darunter Bank of America, Deutsche Bank, Citigroup, HSBC und JP Morgan. Die zentrale Frage: Sind US-Banken in die Abwicklung der venezolanischen Ölverkäufe verwickelt – und wenn ja, wie?
Milliarden aus Öl – aber wo ist das Geld?
Hintergrund ist der erste große Ölverkauf seit der gewaltsamen Absetzung von Nicolás Maduro am 3. Januar 2026. Laut Trump-Administration wurde dabei ein Erlös von 500 Millionen Dollar erzielt, mit weiteren Deals in Planung. Unklar bleibt bislang, wo genau diese Einnahmen lagern – und wer darauf Zugriff hat.
Während eine Pressemitteilung des Energieministeriums erklärt, dass alle Einnahmen aus den Ölverkäufen in „US-kontrollierten Konten bei global anerkannten Banken“ liegen würden, berichten Insider gegenüber USA TODAY, dass ein Teil des Geldes in Katar deponiert sei. Die US-Regierung schweigt bisher zu dieser Diskrepanz.
Senatoren stellen unbequeme Fragen
„Angesichts der Intransparenz und der möglichen geopolitischen Risiken müssen wir wissen, welche Finanzinstitute an diesen Deals beteiligt sind“, heißt es in dem Schreiben der Senatoren. Es gehe auch um die Verantwortung der Banken, die Gelder aus einem politisch heiklen Umfeld wie Venezuela verwalten könnten.
Trump: Öl fürs Volk – oder für Konzerne?
Donald Trump hatte bereits Anfang Januar angekündigt, dass die USA Venezuelas Ölindustrie „wiederbeleben“ und zugleich kontrollieren werde. Am 9. Januar traf er sich mit US-Ölkonzernen, um sie für Investitionen in die frisch „befreite“ Ölwirtschaft zu begeistern. Kritikern zufolge klingt das mehr nach geopolitischem Kolonialismus als nach Entwicklungshilfe.
Neue Präsidentin, alte Interessen
Interimspräsidentin Delcy Rodriguez kündigte unterdessen Gesetzesreformen an, um ausländische Investitionen zu erleichtern. Während sie sich rhetorisch gegen US-Einfluss wendet, ist klar: Die Öffnung der Ölfelder spielt der Trump-Regierung wirtschaftlich in die Hände.
Fazit: Viel Öl, wenig Klarheit
Während in Venezuela die politischen Karten neu gemischt werden, bleibt unklar, wer am Öl verdient – und ob demokratische Prozesse oder wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. Die Senatoren fordern Antworten – doch bislang bleibt der Geruch von Geheimabsprachen, geopolitischem Opportunismus und Öl-Dollars, die im Wüstensand verschwinden.
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