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Trumps Begnadigung von Binance-Gründer „CZ“ – was das für Krypto-Anleger bedeutet

MidJourney (CC0), Pixabay
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Der umstrittene Gründer der weltgrößten Kryptobörse Binance, Changpeng Zhao – in der Szene nur als CZ bekannt –, ist nach seiner Begnadigung durch US-Präsident Donald Trump zurück auf der politischen und wirtschaftlichen Bühne. Die Entscheidung sorgt in den USA für Empörung: Kritiker sprechen von einem weiteren Beispiel dafür, dass „reiche Männer sich freikaufen“ können – diesmal mit potenziellen Folgen für Millionen von Krypto-Anlegern.


Wer ist CZ – und was ist Binance?

Der 47-jährige Zhao gilt als einer der einflussreichsten Köpfe der weltweiten Kryptowirtschaft. 2017 gründete er Binance, das heute mit über 280 Millionen Nutzern und einem täglichen Handelsvolumen von mehr als 200 Milliarden Dollar die größte Handelsplattform für digitale Vermögenswerte ist.

Binance verdient an jeder Transaktion – ob beim einfachen Kauf von Bitcoin oder beim sogenannten Staking, bei dem Nutzer Zinsen auf ihre Coins erhalten. Die Plattform ist damit ein zentraler Knotenpunkt im globalen Kryptosystem – auch wenn sie in den USA seit 2019 offiziell verboten ist.


Die dunkle Seite des Erfolgs

US-Behörden werfen Binance seit Jahren vor, massiv gegen Geldwäschevorschriften verstoßen zu haben. Über die Plattform sollen Transaktionen im Zusammenhang mit Drogenhandel, Terrorfinanzierung und Kinderpornografie abgewickelt worden sein.
Interne E-Mails, die später veröffentlicht wurden, zeigen zynischen Humor: Ein Compliance-Mitarbeiter schrieb:

„Wir sollten vielleicht ein Banner machen: ‚Ist Geldwäsche zu kompliziert? Kommt zu Binance – wir haben Kuchen!‘

Im Jahr 2023 gestanden Binance und Zhao Verstöße gegen US-Geldwäschegesetze ein. Zhao trat als CEO zurück, zahlte 50 Millionen Dollar Strafe und saß vier Monate Haft in den USA ab.

Trotzdem blieb sein Einfluss ungebrochen – Zhao hält weiter 90 % der Binance-Anteile, sein Vermögen wird auf über 80 Milliarden Dollar geschätzt.


Trumps Gnadenakt – und warum er heikel ist

Nun hat Trump den Milliardär begnadigt – offiziell, um „wirtschaftliche Innovation“ zu fördern. Inoffiziell sehen viele Beobachter einen massiven Interessenkonflikt: Denn Binance steht in direkter finanzieller Verbindung zu Trumps eigener Kryptofirma.

Im März hatte die Trump-Familie über ihre Gesellschaft World Liberty Financial eine eigene Stablecoin namens USD1 eingeführt – eine digitale Währung, deren Wert an den US-Dollar gekoppelt ist.
Der Clou: Der Code für USD1 stammt laut Bloomberg von Binance. Zudem wird der Coin aktiv auf der Binance-Plattform beworben.

Kurz nach dem Start der Stablecoin investierte ein Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten rund 2 Milliarden Dollar in Binance – bezahlt in USD1, was wiederum Millionengewinne für Trumps Familie bedeutete.


Ein Signal an die Finanzwelt

Mit der Begnadigung sendet Trump eine klare Botschaft: Die Regierung steht auf der Seite der Kryptobranche – auch dann, wenn deren Akteure gegen Gesetze verstoßen haben.
Für US-Anleger ist das zweischneidig: Einerseits könnte der Schritt neue Investitionen in digitale Vermögenswerte ankurbeln, andererseits droht eine Erosion von Rechtsstaatlichkeit und Vertrauen.

„Das ist ein Freibrief für Milliardäre, die im Kryptobereich mit Grauzonen spielen“, warnt ein ehemaliger Finanzstaatsanwalt gegenüber CNN. „Wenn Gesetze nur für Kleinanleger gelten, ist das System korrupt.“


Krypto im Mainstream – und Trumps neue Geldmaschine

Die Kryptobranche hat in den USA inzwischen ein Volumen von 3,5 Billionen Dollar erreicht – und längst Einzug in den Finanz-Mainstream gehalten. Mit Bitcoin-ETFs und neuen Gesetzesinitiativen versucht der Kongress, dem Wildwuchs Struktur zu geben.

Doch während 63 % der Amerikaner laut einer Pew-Studie Kryptowährungen weiterhin für unsicher halten, setzt Trump politisch genau auf diese Welle. Seine Wahlkampagne wurde zu einem Magneten für Kryptospenden – und seine Familie verdient über eigene Coins und Investments direkt an der Branche mit.


Fazit

Die Begnadigung von Changpeng Zhao ist mehr als ein persönlicher Gnadenakt: Sie zeigt, wie eng Politik, Geld und digitale Finanzmacht inzwischen verflochten sind.
Für Kleinanleger bedeutet das: Die Kryptomärkte bleiben riskant – nicht nur wegen der Volatilität, sondern auch, weil Regeln offenbar verhandelbar geworden sind.

Oder wie ein US-Kommentator bissig schrieb:

„In Trumps Amerika kannst du entweder ins Gefängnis gehen – oder dir eine Blockchain bauen, um es zu vermeiden.“

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