US-Präsident Donald Trump hat seine umstrittene Personalentscheidung für die Leitung des Bureau of Labor Statistics (BLS) zurückgenommen. Der konservative Ökonom EJ Antoni, bislang Senior Fellow beim rechten Think Tank Heritage Foundation, sollte die Nachfolge von BLS-Chefin Erika McEntarfer antreten.
Trump hatte McEntarfer im August mitten in ihrer Amtszeit entlassen – ein beispielloser Schritt, der nach einem schwachen Arbeitsmarktbericht erfolgte und den Vorwurf der Politisierung von Wirtschaftsdaten ausgelöst hatte.
Kritik an Qualifikation
Während Trump und konservative Kreise Antoni als „brillanten Patrioten“ lobten, äußerten unabhängige Experten Zweifel an seiner Eignung. Man befürchtete, dass seine Berufung die Glaubwürdigkeit der Behörde untergraben könnte. Antoni selbst hatte das BLS wiederholt als Lieferant „falscher Zahlen“ kritisiert.
Keine Begründung, neuer Vorschlag geplant
Ein Sprecher des Weißen Hauses nannte keinen konkreten Grund für den Rückzug, kündigte aber an, Trump werde bald einen neuen Kandidaten nominieren. Die Ernennung muss vom Senat bestätigt werden, in dem die Republikaner derzeit die Mehrheit halten.
Politischer Hintergrund
Trump hat die Arbeitsmarktstatistiken seit langem attackiert und warf McEntarfer vor, Daten zu manipulieren, um ihn „schlecht aussehen zu lassen“. Der Auslöser: Im Juli waren lediglich 73.000 neue Stellen geschaffen worden – deutlich weniger als die erwarteten 109.000.
„Unsere Wirtschaft boomt, und E.J. hätte dafür gesorgt, dass die veröffentlichten Zahlen ehrlich und korrekt sind“, schrieb Trump noch im August auf seiner Plattform Truth Social.
Mit dem Rückzug bleibt die wichtige Statistikbehörde vorerst ohne bestätigte Leitung – und der Vorwurf einer politisch motivierten Einflussnahme auf offizielle US-Wirtschaftsdaten steht weiter im Raum.
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