US-Präsident Donald Trump hat sich am Sonntag hoffnungsvoll über die laufenden Verhandlungen zur Beendigung des Gaza-Kriegs geäußert. Kurz vor seinem geplanten Treffen mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu am Montag im Weißen Haus erklärte Trump, es gebe „eine echte Chance auf Größe im Nahen Osten“.
In einem Beitrag auf Truth Social schrieb Trump:
„Alle ziehen an einem Strang. Zum ersten Mal überhaupt. Wir werden es schaffen.“
Er äußerte sich während einer Fahrt in seinem Präsidenten-Konvoi zu einem Golfclub in Virginia. Konkrete Details zu einem möglichen Waffenstillstandsabkommen gegen die Freilassung von Geiseln nannte Trump nicht. Doch laut US-Vizepräsident J.D. Vance befinden sich führende US-Vertreter in „sehr komplexen“ Gesprächen mit israelischen und arabischen Staats- und Regierungschefs.
Ziele des Abkommens: Geiseln, Hamas, humanitäre Hilfe
In einem Interview mit „Fox News Sunday“ erklärte Vance, das Verhandlungspaket bestehe im Wesentlichen aus drei Punkten:
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Freilassung aller Geiseln – sowohl lebend als auch verstorben
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Beendigung der Bedrohung Israels durch Hamas
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Ausweitung humanitärer Hilfe für Gaza
„Ich bin vorsichtig optimistisch“, sagte Vance. „Wir sind näher dran als je zuvor, aber solche Verhandlungen können im letzten Moment noch scheitern.“
US-Friedensplan: 21-Punkte-Strategie
Im Rahmen der jüngsten UN-Vollversammlung in New York stellte die US-Regierung einen 21-Punkte-Plan zur Befriedung der Region vor. Die zentralen Punkte:
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Rückführung sämtlicher Geiseln (lebend oder tot)
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Keine weiteren israelischen Angriffe auf Katar
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Neuer Dialog zwischen Israel und den Palästinensern zur friedlichen Koexistenz
Besonders der Aspekt „keine weiteren israelischen Angriffe auf Katar“ ist brisant. Israel hatte am 9. September ein Luftangriffsziel in Katars Hauptstadt Doha bombardiert, das angeblich Hamas-Mitglieder beherbergte. Das hatte international – insbesondere im arabischen Raum – für Empörung gesorgt.
Ein Hamas-Sprecher erklärte am 27. September, seine Organisation habe den US-Friedensplan bislang nicht offiziell erhalten.
Treffen im Weißen Haus: Trump & Netanyahu
Das mit Spannung erwartete Treffen zwischen Trump und Netanyahu ist für Montag, den 29. September, im Weißen Haus angesetzt. Ziel ist laut US-Administration, ein Rahmenabkommen für einen möglichen Waffenstillstand zu schaffen.
Die Gespräche finden in einem hochsensiblen Moment statt. Laut einem UN-Bericht wurde Israel kürzlich vorgeworfen, in Gaza „Handlungen mit Merkmalen eines Völkermords“ begangen zu haben – eine Aussage, die international für Kontroversen sorgte. Israel weist die Vorwürfe zurück.
Fazit: Historische Chance oder diplomatischer Bluff?
Trumps Worte klingen ambitioniert – „We will get it done“ –, doch die Realität im Nahen Osten bleibt fragil. Die kommenden Tage könnten entscheiden, ob es tatsächlich zu einer diplomatischen Wende kommt oder ob sich die Gewaltspirale weiterdreht.
Hintergrund:
Der aktuelle Krieg zwischen Israel und der Hamas dauert mittlerweile fast zwei Jahre. Mehrere Waffenstillstandsversuche sind bisher gescheitert. Internationale Vermittlungsversuche – insbesondere durch die USA, Ägypten und Katar – laufen seit Monaten.
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