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Trump wirft Powell vor, den USA „ein Vermögen“ zu kosten – aber Zinssenkungen allein lösen das Problem nicht

Conmongt (CC0), Pixabay
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Donald Trump macht Jerome Powell für die steigenden Zinskosten der Vereinigten Staaten verantwortlich. In einem handschriftlichen Brief, den er auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte, wirft der ehemalige Präsident dem Vorsitzenden der US-Notenbank vor: „Sie kosten die USA ein Vermögen und tun es weiterhin.“

Trump fordert deutliche Zinssenkungen – idealerweise auf rund 1 Prozent –, da laut ihm sonst „Hunderte von Milliarden Dollar“ verloren gingen. Die Schuld sieht er auch beim Fed-Vorstand: „Wenn sie ihren Job richtig machen würden, würde unser Land Billionen an Zinskosten sparen.“

Zinslast auf Rekordniveau

Trumps Kritik trifft auf ein wachsendes öffentliches Interesse an den drastisch steigenden Zinszahlungen des US-Staats. Im laufenden Haushaltsjahr nähern sich diese Zahlungen erstmals der Marke von 1 Billion US-Dollar – ein historischer Rekord. Ein kürzlich verabschiedetes Gesetz, das über die kommenden zehn Jahre das Defizit um mehr als 3 Billionen Dollar erhöhen dürfte, wird diesen Trend weiter verschärfen. Die Ratingagentur Moody’s stufte die US-Staatsverschuldung bereits wegen des wachsenden Schuldenstands und des Zinsaufwands herab.

Zinssenkungen – ein stumpfes Schwert

Doch selbst wenn es Trump gelänge, Powell zu einer Zinssenkung zu drängen, wäre der Effekt auf die tatsächlichen Zinszahlungen des Staates laut Expert:innen begrenzt. Die Leitzinsen beeinflussen lediglich einen Teil der Anleihen, vor allem kurzfristige. Der Großteil der US-Staatsverschuldung besteht jedoch aus Anleihen mit mittlerer und langer Laufzeit, deren Zinssätze sich nicht allein durch die Fed-Politik steuern lassen.

„Die Zinspolitik erscheint oft als einfach zu bedienender Hebel, um Staatsschulden oder das Wirtschaftswachstum zu beeinflussen“, sagt Shai Akabas vom überparteilichen Bipartisan Policy Center. „Aber eine Entscheidung der Fed führt nicht automatisch zu dem gewünschten Ergebnis.“

Ein Beispiel: Eine aggressive Zinssenkung könnte die Inflation anheizen – was wiederum die langfristigen Zinsen steigen lassen könnte. Oder Anleger:innen könnten aus Sorge vor künftigen Zinssprüngen in langfristige Anleihen ausweichen und damit selbst höhere Renditen verlangen. „Die Fed hat nur begrenzten Einfluss auf die Zinsen langfristiger Staatsanleihen“, sagt Marc Goldwein vom Committee for a Responsible Federal Budget. „Es gibt keine Garantie, dass Zinssenkungen zu geringeren Zinskosten führen.“

Zinszahlungen überholen Verteidigungsausgaben

Die Fakten sind deutlich: Die Zinszahlungen der US-Regierung sind dramatisch gestiegen – von 346 Milliarden Dollar im Jahr 2020 auf geschätzte 952 Milliarden Dollar in diesem Jahr. Bereits 2024 übertrafen sie die Ausgaben für Medicare und das Militär. Nur die Sozialversicherung kostet derzeit mehr.

Schon jetzt fließen rund 18 Prozent der Steuereinnahmen direkt in den Schuldendienst. Bis Ende des nächsten Jahrzehnts könnten es laut Prognosen 25 Prozent sein.

Strukturelle Reformen wären wirksamer

Will Trump die Zinslast tatsächlich senken, müsste er laut Expert:innen an anderer Stelle ansetzen: beim Haushaltsdefizit. Das würde jedoch schwierige politische Entscheidungen über Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen erfordern.

Zwar beinhaltet Trumps aktuelles Reformpaket massive Einschnitte bei Sozialleistungen, doch seine gleichzeitig geplanten Steuersenkungen wiegen diese Einsparungen mehr als auf – und verschärfen das Haushaltsdefizit weiter.

„Wenn es wirklich um die Einsparung von Hunderten Milliarden Dollar geht“, so Goldwein, „gibt es weitaus effektivere Wege als Druck auf die Fed.“

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