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Trump will’s wissen: Mehr Termine, mehr Medien – weniger Zweifel an seiner Energie

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Präsident Donald Trump lässt sein öffentliches Erscheinungsbild überarbeiten – und zwar auf eigene Anweisung. Der 79-Jährige will zeigen: Ich bin fit, ich arbeite hart, ich bin präsenter denn je.

Seit Ende 2025 tauchen auffällig viele neue Punkte im offiziellen Tageskalender des Präsidenten auf. Sitzungen, Treffen mit Branchenvertretern, nicht näher erklärte „Signierzeiten“ – vieles davon hinter verschlossenen Türen. Aber sichtbar. Und genau das ist der Punkt: Trump will Zweifel an seiner Belastbarkeit und Arbeitsmoral ausräumen.

Der Präsident diktiert sein Image

Hinter den Kulissen heißt es: Trump war verärgert über Medienberichte, die seinen aktuellen Arbeitsstil mit dem aus seiner ersten Amtszeit verglichen. Besonders ein Artikel der New York Times stach ihm ins Auge – er bescheinigte dem Präsidenten ein um 39 % reduziertes Pensum im Vergleich zu 2017. Späte Startzeiten, weniger Reisen, weniger Auftritte. Trumps Reaktion: „Mehr Termine in den Kalender, und zwar sofort.“

Fortan wurde selbst Privates offiziell gelistet: Telefonate mit Familienmitgliedern, interne Gespräche, Besuche von Gästen ohne Pressebegleitung – alles erschien nun auf dem Tagesplan für Journalisten.

Ein interner Wochenplan, der CNN zugespielt wurde, zeigt: 61 Telefonate, 67 Besprechungen, zahlreiche sonstige Aktivitäten – oft von 7 Uhr früh bis spät in den Abend. Namen sind aus Datenschutzgründen geschwärzt, doch laut Quelle reichen sie von ausländischen Staatschefs bis zu Mediengrößen und CEOs.

Erschöpfung? „Fake News!“

Für Trump ist der Vorwurf mangelnder Energie ein rotes Tuch. Schon in seiner ersten Amtszeit diktierte er, dass die täglichen Hinweise an Journalisten mit dem Satz beginnen sollen: „Präsident Trump arbeitet von früh morgens bis spät in den Abend.“ Diesmal wollte er mehr: Er ließ demonstrativ neue Termine eintragen, oft mit minimaler inhaltlicher Beschreibung – Hauptsache, es sieht nach viel aus.

Seine Sprecherin Karoline Leavitt erklärte in gewohnt scharfem Ton: „Kein Präsident in der US-Geschichte hat härter gearbeitet oder mehr erreicht als Präsident Trump. Dass die Medien weiterhin das Gegenteil behaupten, ist der Grund, warum das Vertrauen der Öffentlichkeit in sie am Boden liegt.“

Medien, Migration, Missmut

Trumps Frust richtet sich nicht nur gegen Zweifel an seiner Fitness, sondern auch gegen die Berichterstattung über seine Politik. Insbesondere die Berichte über überharte Abschiebemaßnahmen stoßen ihm auf. Interne Kritiker aus dem republikanischen Lager warnen: Die Härte seiner Einwanderungspolitik komme bei der Bevölkerung schlecht an.

Trump sieht das anders – und kritisiert nicht die Taktik, sondern die PR: Das Heimatschutzministerium vermittle nicht klar genug, dass „gefährliche Kriminelle“ abgeschoben würden. In einer spontanen Pressekonferenz zeigte er Medienvertretern selbst Steckbriefe von Festgenommenen – und kündigte prompt einen Personalwechsel bei den ICE-Abschiebeteams in Minneapolis an, nachdem es dort erneut zu einem tödlichen Zwischenfall kam.

Wirtschaft? Läuft – aber keiner merkt’s

Mindestens genauso ärgerlich für Trump: Die schlechte Stimmung in der Bevölkerung trotz robuster Wirtschaftsdaten. „Vielleicht habe ich einfach schlechte PR-Leute“, mutmaßte er vor Reportern. „Wir machen einen tollen Job – aber wir bewerben ihn nicht gut genug.“ Und fügte hinzu: „Deshalb mache ich diese Pressekonferenz.“

Fazit: Trump kämpft – nicht nur politisch, sondern um sein Image

Donald Trump geht in den Angriffsmodus – nicht nur gegen Gegner, sondern gegen den Eindruck, er sei alt, langsam oder abgehängt. Sein neuer, mit Terminen gespickter Kalender soll ein Signal sein: Ich bin da, ich bin aktiv, ich regiere.

Ob das reicht, um Zweifel an seiner Stamina und Kritik an seiner Politik zu zerstreuen, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Donald Trump überlässt weder seine Schlagzeilen noch seinen Terminkalender dem Zufall.

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