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Trump vs. BBC: Wenn verletzte Eitelkeit Milliarden kostet

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Donald Trump zieht mal wieder vor Gericht – diesmal nicht gegen politische Gegner, Sonderermittler oder Wahlmaschinenhersteller, sondern gegen die BBC. Der Ex-Präsident (und neuerdings wieder Präsident) hat einen neuen Lieblingsfeind gefunden: den britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Warum? Weil ein TV-Schnitt seiner berühmt-berüchtigten Rede vom 6. Januar 2021 in der Sendung Panorama offenbar seine zarte Seele gekränkt hat.

Trump kündigte, ganz präsidial im Flugzeug Air Force One, eine Verleumdungsklage in Höhe von – sagen wir mal – zwischen einer und fünf Milliarden Dollar an. Wie man auf diese bescheidene Summe kommt? Nun ja, man multipliziert offenbar gekränkten Stolz mit dem derzeitigen Preis für mediale Aufmerksamkeit.

Was ist passiert?
Die BBC hatte für eine Doku zur Erstürmung des Kapitols ein paar Redeausschnitte von Trump zusammengeschnitten. Leider – oder je nach Perspektive: dramaturgisch clever – so, dass es wirkte, als habe Trump direkt zur Gewalt aufgerufen. Die BBC gab später kleinlaut zu, dass der Eindruck unbeabsichtigt entstanden sei und entschuldigte sich höflich.

Aber Entschuldigung reicht nicht, wenn man Donald Trump ist.
Sein Anwaltsteam setzte die BBC unter Druck: Entschuldigung ja, aber bitte auch gleich die Sendung vom Netz nehmen und ein Milliarden-Sümmchen zahlen, danke. Die BBC kam der ersten Bitte nach, nicht aber der zweiten – und sieht, wie langweilig – keinerlei rechtliche Grundlage für eine Verleumdungsklage. Spielverderber.

Zwischen Drama und Dollars
Dass ausgerechnet dieser Vorfall nun zum Rücktritt von BBC-Chef Tim Davie und Nachrichtenchefin Deborah Turness geführt hat, gibt dem Ganzen die passende Shakespeare-Note. Man stelle sich vor: Der mächtigste Mann der Welt fühlt sich falsch zusammengeschnitten und die Köpfe bei der BBC rollen. Britisches Understatement trifft auf amerikanisches Größenego – ein transatlantischer Culture-Clash mit Milliardenpreisetikett.

Ob Trump mit der Klage durchkommt? Unklar. Aber eines ist sicher: Die BBC hat ihm unbeabsichtigt das perfekte Drehbuch für ein weiteres Kapitel seines Dauerdramas geliefert – Titelvorschlag: Fake News – The Movie.


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