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Trump verzichtet großzügig auf Supreme-Court-Besuch – aus Rücksicht, natürlich

geralt (CC0), Pixabay
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Donald Trump, bekanntlich stets ein Leuchtturm an Zurückhaltung, hat sich großmütig dagegen entschieden, der Anhörung des Supreme Courts am 5. November beizuwohnen – natürlich nur, um die Bedeutung der Verhandlung nicht zu schmälern. Schließlich geht es hier ja nur um die rechtliche Grundlage seines persönlichen Lieblingsspielzeugs: Zölle als außenpolitisches Vorschlaghammer-Instrument.

„Ich werde nicht zum Gericht gehen, weil ich die Bedeutung dieser Entscheidung nicht ablenken möchte“, schrieb Trump am 2. November auf Social Media. Wie edel. Wie uneitel. Wie völlig untypisch.

Dabei hatte er zuvor noch angekündigt, als erster amtierender Präsident überhaupt live im Supreme Court zu erscheinen – vermutlich in der Hoffnung auf stehende Ovationen und ein paar Selfies mit den Verfassungsrichtern.

4 Billionen Dollar und ein bisschen Rechtsbruch

Trumps weltweite Zoll-Orgie sollte laut Prognosen über zehn Jahre vier Billionen Dollar für die Staatskasse einbringen – oder wie Trump es nennen würde: „Ein sehr sehr schönes kleines Sümmchen“. Die Idee: Wer zahlen muss, verhandelt lieber. Wer Angst hat, produziert gefälligst in Alabama. Das Problem: Die unteren Gerichte fanden das Ganze rechtlich… nun ja, fragwürdig.

Genauer gesagt: Trump habe seine Macht deutlich überschritten, als er sich auf ein Gesetz von 1977 berief, das eigentlich zur Bekämpfung von feindlichen Staaten gedacht ist – nicht zur Bestrafung von Freunden mit billigen Fernsehern.

Ein Präsident, der weiß, wann er schweigen sollte (angeblich)

Doch statt nun selbst im Gerichtssaal aufzutreten – mit dramatischer Musik und vielleicht einem kleinen USA-Fähnchen – bleibt Trump auf Abstand. Weil er nicht „ablenken“ will. Nicht, weil seine Anwälte ihm geraten haben, den Mund zu halten. Natürlich nicht.

Fazit: Alles ganz uneigennützig

In Trumps Worten: Die Entscheidung des Gerichts sei „eine der wichtigsten in der Geschichte der Vereinigten Staaten“. Übersetzt ins Trump-Englisch: „Sie betrifft mich direkt, also ist sie automatisch historisch.“

Aber keine Sorge: Auch ohne sein persönliches Erscheinen wird das Gericht sicher ganz tapfer versuchen, ohne Reality-Show-Kulisse zu urteilen. Und wer weiß – vielleicht sitzt Trump beim Urteil schon wieder auf dem Golfplatz und verkündet per Megaphon: „Ich hab’s euch doch gesagt.“

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