In einem Schritt, der juristisch wie kabarettistisch für Furore sorgt, hat US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit seinen Söhnen Donald Jr. und Eric eine Klage gegen das eigene Finanzministerium eingereicht. Der Grund: Das Ministerium habe es gewagt, Steuerunterlagen der Trump Organization weiterzugeben – ein Affront, der nach Ansicht der Kläger mindestens zehn Milliarden Dollar Schmerz und Tränen wert ist.
Die Klage, eingereicht beim Bundesgericht in Florida, richtet sich kurioserweise gegen eine Behörde, die direkt unter Trumps Kontrolle steht. Damit verklagt Trump, der Präsident, praktisch Trump, den Chef. Ein Anwalt kommentierte trocken: „Es ist der wohl teuerste Selbstgesprächs-Prozess in der Geschichte der US-Rechtskultur.“
Steuerunterlagen? Never heard of them.
Laut Klageschrift soll ein damaliger Mitarbeiter der US-Steuerbehörde IRS Steuerdaten unrechtmäßig an „linksradikale, anti-goldene-Aufzüge-hassende Medien“ weitergegeben haben – darunter die New York Times, die es gewagt hatte, Trumps Steuerschlupfstrategien journalistisch aufzuarbeiten. Offenbar ging es dabei um die schockierende Enthüllung, dass Trump 2016 und 2017 jeweils nur 750 Dollar Bundessteuern zahlte – etwa so viel wie ein Cheeseburger mit extra Käse und goldenem Senf in einem Trump-Hotel kostet.
„Die Veröffentlichung meiner absolut legalen, wunderschönen Steuerdaten ist ein Angriff auf die Demokratie“, erklärte Trump in einem Truth Social-Post. „Ich habe so viele Steuern gezahlt, man glaubt es nicht. Wahrscheinlich die meisten Steuern aller Zeiten. Vielleicht sogar für andere Leute mit.“
Der Präsident gegen sich selbst – das neue Format für Reality-TV?
Juristen zeigen sich irritiert. „Er verklagt eine Behörde, deren Leitung er selbst bestimmt und deren Budget er selbst unterschreibt.“ Ein republikanischer Senator, der ungenannt bleiben will, sagte: „Das ist wie wenn ich mein Wohnzimmer verklage, weil ich mit dem kleinen Zeh gegen den Couchtisch gelaufen bin.“
Aber Trump ist kein Neuling in Sachen Selbstparadoxie. Bereits 2023 und 2024 hatte er die US-Regierung verklagt, obwohl er gerade dabei war, wieder ihre Spitze zu übernehmen. Im neuesten Fall fordert er – erneut – Milliardenbeträge von sich selbst, allerdings in seiner anderen Rolle als Geschäftsmann. „Er sitzt auf beiden Seiten des Verhandlungstisches – und bestellt sich vermutlich zwei Steaks“, so ein Beobachter.
Von Enthüllungsjournalismus bis Geburtstagsgrüße an Epstein
Der Präsident ist bekannt für seine Liebe zu Schadenersatzklagen im XXL-Format:
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15 Milliarden gegen die New York Times wegen kritischer Artikel
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10 Milliarden gegen die BBC wegen eines schlecht geschnittenen Redebeitrags
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Weitere 10 Milliarden gegen das Wall Street Journal wegen eines Geburtstagsgrußes an Jeffrey Epstein
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Und 5 Milliarden gegen JPMorgan Chase, weil die Bank nach dem Kapitolsturm seine Konten fror – ein Schritt, den Trump als „finanzielle Cancel Culture“ bezeichnete.
Trump ließ über seine Anwälte mitteilen, man prüfe zudem Klagen gegen:
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das FBI wegen „Betreten eines heil(igen) Mar-a-Lago-Raums“
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das Thermometer in seiner Mikrowelle
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und das „unfaire Verhalten“ des Internets gegenüber alternativen Fakten
Einziger Gewinner: das Gericht der öffentlichen Meinung
Während Kritiker den Klage-Marathon als „Ablenkungsmanöver“ bezeichnen, sehen Insider darin eine geniale PR-Strategie: „Wenn Trump verliert, kann er behaupten, das System sei gegen ihn. Und wenn er gewinnt – verklagt er sich dann selbst auf Zahlung?“ Die USA warten gespannt.
Bleibt nur eine Frage offen:
Wer zahlt die Zehn-Milliarden-Entschädigung – das Finanzministerium oder der Steuerzahler?
Spoiler: Es ist dasselbe.
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