US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag eine neue Runde von Strafzöllen angekündigt, die eine breite Palette importierter Waren betreffen. Ab dem 1. Oktober sollen unter anderem 100 % Zölle auf Markenmedikamente, 25 % auf schwere Lastwagen sowie 30 % auf Polstermöbel und 50 % auf Küchen- und Badmöbel erhoben werden.
Nationale Sicherheit als Begründung
Die Regierung argumentiert, die Maßnahmen seien notwendig, um die US-Industrie vor einer „Überschwemmung“ mit Importen zu schützen. Insbesondere im Nutzfahrzeugsektor sollen Hersteller wie Peterbilt, Kenworth oder Freightliner von den höheren Zöllen profitieren. Auch in der Möbelindustrie sollen Arbeitsplätze nach Nord- und Süd-Carolina sowie Michigan zurückgeholt werden.
Trump nutzte erneut den Hinweis auf nationale Sicherheit als rechtliche Grundlage. Sein Handelsministerium untersucht derzeit zusätzlich die Importabhängigkeit bei Windkraftanlagen, Flugzeugen, Halbleitern, Kupfer, Holz und kritischen Mineralien, um künftige Zölle abzusichern.
Milliarden-Einnahmen erwartet
Nach Angaben von Finanzminister Scott Bessent könnten die USA in diesem Jahr bis zu 300 Milliarden Dollar an Zolleinnahmen erzielen – mehr als das Dreifache der üblichen Jahreseinnahmen. Für Trump sind die Abgaben längst zu einem zentralen außenpolitischen Werkzeug geworden: Er nutzt sie, um Druck auf andere Staaten auszuüben und Handelsabkommen neu zu verhandeln.
Widerstand von Industrie und Handelspartnern
Die neuen Maßnahmen stoßen auf Kritik.
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Der Pharma-Verband PhRMA warnt vor Preissteigerungen, da rund die Hälfte der Wirkstoffe für in den USA verkaufte Medikamente aus Europa und von Verbündeten stammt.
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Die US-Handelskammer und die japanische Automobilindustrie lehnen neue Lastwagenzölle ab. Besonders betroffen ist Mexiko, der wichtigste Lieferant von Nutzfahrzeugen und -teilen für den US-Markt. 95 % der dort produzierten Sattelzugmaschinen gehen in die USA.
Auch international wächst der Unmut: Proteste gegen Trumps Zollpolitik wurden aus Kanada, Brasilien, Südkorea und Indien gemeldet.
Folgen für Verbraucher
Die höheren Abgaben könnten Transportkosten verteuern und damit indirekt auch Lebensmittelpreise in den USA belasten – ein Risiko, das im Widerspruch zu Trumps Versprechen steht, die Inflation zu senken.
Ausblick
Während Trump die Zölle als Schutzmaßnahme für Arbeitsplätze und als „Sieg für die nationale Sicherheit“ darstellt, warnen Ökonomen vor steigenden Kosten für Verbraucher und globalen Handelskonflikten. Ob die Maßnahmen tatsächlich die US-Produktion stärken oder vor allem die Preise für amerikanische Haushalte erhöhen, bleibt abzuwarten.
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