Donald Trump hat sich überraschend in den Wahlkampf um das Bürgermeisteramt von New York City eingeschaltet – und Ex-Gouverneur Andrew Cuomo eine gute Chance eingeräumt. Während eines kurzen Pressegesprächs am Dienstag vor dem Abflug mit Marine One sagte Trump: „Ich denke, Andrew hätte gute Chancen.“
Cuomo kandidiert auf einer unabhängigen Liste, nachdem er in der ersten Runde der Rangwahl Mamdani unterlag. Laut Trump stellt sich Cuomo gegen „einen Kommunisten“ – gemeint ist der demokratische Kandidat Zohran Mamdani, der bei der ersten Abstimmung 44 Prozent der Stimmen erreichte und schließlich mit über zwölf Punkten Vorsprung gewann.
Das Wahlkampfteam Mamdanis reagierte umgehend: Trumps Äußerung sei ein „inoffizielles Endorsement“ Cuomos, erklärte Sprecher Jeffrey Lerner. Nun sei die Frage, ob Cuomo öffentlich zu Trumps Unterstützung stehe – oder sie lieber stillschweigend akzeptiere.
Trump ignoriert Adams und Sliwa
Auffällig: Trump erwähnte weder den amtierenden Bürgermeister Eric Adams (ebenfalls als Unabhängiger im Rennen) noch Curtis Sliwa, den republikanischen Kandidaten. Adams war in den vergangenen Monaten öffentlichkeitswirksam auf Fox News aufgetreten – ein Sender, den Trump regelmäßig konsumiert – und galt als Unterstützer von Trumps harter Einwanderungspolitik.
Die Trump-Administration hatte im Februar entschieden, Adams trotz laufender Korruptionsermittlungen nicht anzuklagen, offenbar um dessen Zusammenarbeit bei der Migrationspolitik nicht zu gefährden. Dennoch erhielt Adams nun keine Rückendeckung vom Ex-Präsidenten.
Sliwa kommentierte nüchtern: „Trump hat recht – alle vier haben eine Chance.“ Für ihn sei klar: „Die Wähler sollen am 4. November entscheiden, wer New York künftig führen soll.“
Comeback von Cuomo sorgt für Spaltung
Cuomo hatte erst am 14. Juli seine Rückkehr in den Wahlkampf per Video auf der Plattform X bekanntgegeben: „Ich bin drin, um zu gewinnen.“ In der zugehörigen Erklärung gab er zu, im ersten Anlauf zu wenig offensiv auf Mamdanis Vorschläge reagiert zu haben. Künftig wolle er sich mit anderen moderaten Kandidaten zusammentun – wer gegen Mamdani die größten Chancen habe, solle im September gemeinsam nominiert werden, alle anderen würden zurückziehen.
Mamdani: progressive Alternative mit AOC-Rückenwind
Zohran Mamdani, unterstützt von Alexandria Ocasio-Cortez (AOC) und dem städtischen Großgewerkschaftsbund DC37, bleibt der Spitzenreiter des progressiven Lagers. Er sieht in Cuomos Kandidatur einen Versuch des alten Establishments, einen demokratisch gewählten Kandidaten zu untergraben.
„Manche wollen, dass sich die Partei nur dann hinter den demokratischen Kandidaten stellt, wenn dieser ihnen gefällt“, sagte AOC laut Spectrum News. „Wenn es jemand ist, den sie nicht mögen, gilt dieses Prinzip plötzlich nicht mehr.“
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