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Trump und Kennedy warnen vor Tylenol in der Schwangerschaft – Ärzte widersprechen

u_dg9pheol (CC0), Pixabay
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US-Präsident Donald Trump und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. haben in Washington schwangere Frauen aufgefordert, das Schmerzmittel Tylenol (Wirkstoff Acetaminophen) nur noch in Ausnahmefällen einzunehmen. Sie stellten zugleich neue Regierungspläne im Umgang mit Autismus vor.

Warnungen der Regierung

Trump erklärte, es gebe Hinweise, dass die Einnahme von Tylenol in der Schwangerschaft das Risiko für Autismus oder ADHS bei Kindern erhöhen könne. Frauen sollten das Mittel nur in „absolut notwendigen Fällen“ nutzen, etwa bei hohem Fieber. Kennedy betonte, dass es derzeit keine sichere Alternative gebe, und empfahl Ärzten, Tylenol nur in der niedrigsten Dosis und so kurz wie möglich zu verschreiben. Die US-Arzneimittelbehörde FDA kündigte ein neues Warnlabel für das Medikament an.

Zudem stellte Trump eine Ausweitung der staatlichen Forschung zu Umweltfaktoren von Autismus in Aussicht. Bisherige Studien hätten sich zu stark auf genetische Ursachen konzentriert.

Neue Behandlungsmethode umstritten

Dr. Mehmet Oz, Leiter der Behörde für Medicare und Medicaid Services, kündigte an, dass die staatliche Krankenversicherung künftig das Medikament Leucovorin als Behandlung von Autismus erstatten werde. Das Mittel wird bislang vor allem in der Krebstherapie eingesetzt. Während eine kleine Studie positive Effekte zeigte, stuft die Autism Science Foundation Leucovorin nicht als anerkannte Therapie ein.

Kritik aus Medizin und Industrie

Die Reaktionen aus Fachkreisen fielen deutlich aus. Der Tylenol-Hersteller Kenvue erklärte, unabhängige wissenschaftliche Daten zeigten klar, dass Acetaminophen kein Autismus auslöse. Auch die American Psychiatric Association stellte klar: „Impfstoffe verursachen keinen Autismus, und es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für einen kausalen Zusammenhang zwischen Acetaminophen und Autismus.“

Autismus sei eine komplexe Entwicklungsstörung, deren Ursachen vielfältig seien und in einem Zusammenspiel genetischer und umweltbedingter Faktoren lägen. Ein einzelner Auslöser sei bisher nicht identifiziert.

Hintergrund

Trump hatte in seiner Rede erneut widerlegte Behauptungen über Impfstoffe wiederholt und empfohlen, Kinder später und zeitlich versetzt impfen zu lassen. Fachgesellschaften weisen solche Aussagen seit Jahren zurück.

Mit den neuen Forschungsprogrammen will die Regierung dennoch verstärkt nach Umweltfaktoren suchen, die zur Entstehung von Autismus beitragen könnten.

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