US-Präsident Donald Trump hat am Freitag mit der diesjährigen Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado telefoniert – nur wenige Stunden, nachdem seine Regierung die Entscheidung des Nobelkomitees öffentlich kritisiert hatte.
Machado, Oppositionsführerin in Venezuela, wurde für ihren jahrelangen Einsatz für demokratische Rechte und eine gewaltfreie politische Wende in ihrem Heimatland ausgezeichnet. In einem Interview mit der spanischen Zeitung El País bestätigte Machado das Gespräch mit Trump, nannte aber keine Details. Sie widmete ihm symbolisch ihren Preis als Dank für die „entschlossene Unterstützung“ seiner Regierung.
Trump selbst sprach am Abend vor Unterstützern über das Telefonat: „Sie rief mich an und sagte: ‚Ich nehme den Preis auch in Ihrem Namen an, denn Sie hätten ihn eigentlich verdient.‘ Eine sehr nette Geste“, so Trump. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Ich habe nicht gesagt, dass sie ihn mir geben soll – aber vielleicht hätte sie es getan.“
Weiße Haus kritisiert Komitee – Trump fühlte sich übergangen
Noch am selben Tag hatte das Weiße Haus die Entscheidung des Komitees scharf kritisiert. Kommunikationsdirektor Steven Cheung warf den Nobeljuroren vor, „Politik über Frieden zu stellen“. Hintergrund dürfte unter anderem sein, dass Trump selbst als möglicher Kandidat für die Auszeichnung galt – besonders im Kontext seines Nahost-Friedensplans.
In der Vergangenheit hatte sich Trump mehrfach öffentlich den Friedensnobelpreis gewünscht. Mehrere internationale Stimmen, darunter auch politische Verbündete, hatten ihn als möglichen Preisträger ins Spiel gebracht.
Rückendeckung aus Trumps Regierung – und scharfe Reaktion von Verbündeten
Machado wurde im Vorjahr von prominenten republikanischen Politikern wie Marco Rubio und Mike Waltz für den Friedenspreis nominiert. Rubio lobte sie zuletzt als „Inbegriff von Widerstandskraft und Patriotismus“.
Doch trotz der engen Unterstützung für Machado im republikanischen Lager sorgte ihre Auszeichnung für Verstimmung. Trumps Venezuela-Beauftragter Richard Grenell erklärte: „Der Friedensnobelpreis ist schon vor Jahren gestorben.“ Auch im Umfeld des Weißen Hauses wurde der Eindruck vermittelt, Trump sei zu Unrecht übergangen worden.
Kritische Stimmen: Komitee setzt auf friedliche Lösung in Venezuela
Ehemalige US-Sicherheitsberater, wie Benjamin Gedan, interpretierten die Vergabe an Machado auch als subtilen Hinweis an die US-Regierung, auf militärische Interventionen zu verzichten. „Das Komitee setzt offenbar auf eine friedliche Lösung, sowohl vonseiten der USA als auch der venezolanischen Opposition“, sagte er gegenüber CNN.
Interessant: Während Trump sich zunächst nicht zur Preisvergabe äußerte, bedankte er sich am Freitagvormittag – vor seiner Stellungnahme zur Nobelverleihung – bei Russlands Präsident Wladimir Putin. Der hatte in einer Rede erklärt, Trump sei ein Politiker, der „wirklich versuche, langjährige Konflikte zu lösen“. Trump kommentierte Putins Aussage auf Truth Social mit den Worten: „Danke, Präsident Putin!“
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