US-Präsident Donald Trump hat Anfang Februar auf der Plattform Truth Social ein Video geteilt, in dem der frühere Präsident Barack Obama und die ehemalige First Lady Michelle Obama als Affen dargestellt werden. Der Beitrag wurde nach rund zwölf Stunden wieder gelöscht, nachdem er parteiübergreifend scharfe Kritik ausgelöst hatte.
Das etwa einminütige Video begann mit Sequenzen, in denen unbelegte Vorwürfe zu Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl 2020 thematisiert wurden. Kurz darauf erschien eine Szene, die offenbar mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurde: Zwei Affenkörper mit den Gesichtern der Obamas, dargestellt in einer Dschungelkulisse mit fliegenden Affen im Hintergrund.
Der Beitrag wurde von Trump kurz vor Mitternacht am 5. Februar ohne Begleittext veröffentlicht. Am folgenden Tag war das Video nicht mehr abrufbar. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte gegenüber USA TODAY, der Post sei irrtümlich von einem Mitarbeiter veröffentlicht worden und anschließend entfernt worden.
Zunächst hatte das Weiße Haus Vorwürfe zurückgewiesen, der Beitrag sei rassistisch. Es handle sich um ein Meme, das Figuren aus dem Film Der König der Löwen aufgreife und Trump als „König des Dschungels“ darstelle. In der ursprünglichen Meme-Version seien auch andere Politiker mit Tierkörpern versehen worden. Trump selbst sei in dem von ihm geteilten Video allerdings nicht zu sehen gewesen.
Breite Kritik aus Politik und Öffentlichkeit
Ungeachtet dieser Erklärung stieß das Video auf massive Kritik in sozialen Netzwerken und in der Politik – auch aus den eigenen Reihen. Mehrere republikanische Senatoren bezeichneten den Beitrag als inakzeptabel und forderten eine Entschuldigung.
Der republikanische Senator Tim Scott erklärte, er hoffe, das Video sei gefälscht, da es zu den rassistischsten Darstellungen gehöre, die er aus dem Umfeld des Weißen Hauses gesehen habe. Roger Wicker, ebenfalls Republikaner, sprach von einem „völlig inakzeptablen“ Verhalten. Senator Pete Ricketts betonte, selbst wenn es sich um ein Meme handele, sei der rassistische Kontext für jede vernünftige Person erkennbar.
Auch Demokraten äußerten sich scharf. Das Büro des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom sprach von „abstoßendem Verhalten“ und forderte Republikaner öffentlich zur Distanzierung auf. Ben Rhodes, ehemaliger stellvertretender Sicherheitsberater unter Obama, erklärte, die Darstellung werde als Schandfleck in der Geschichte Trumps in Erinnerung bleiben.
Der demokratische Abgeordnete Raja Krishnamoorthi sprach von einer „rassistischen, an die Jim-Crow-Ära erinnernden Entmenschlichung“, die dem Amt des Präsidenten unwürdig sei. Auch Persönlichkeiten außerhalb der Politik, darunter der ehemalige NFL-Spieler Torrey Smith, bezeichneten den Beitrag als beschämend.
Reaktionen der Betroffenen
Die Obamas selbst äußerten sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall. USA TODAY teilte mit, man habe Anfragen an ihr Umfeld gestellt.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie umstrittener Social-Media-Beiträge Trumps während seiner zweiten Amtszeit. Kritiker sehen darin eine weitere Eskalation der politischen Rhetorik und warnen vor den gesellschaftlichen Folgen solcher Darstellungen, insbesondere wenn sie rassistische Stereotype bedienen.
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