Ein geplanter prunkvoller Ballsaal im Weißen Haus sorgt erneut für Diskussionen – diesmal nicht nur wegen seiner Größe. US-Präsident Donald Trump hat nun selbst enthüllt, dass unter dem Bauprojekt offenbar ein umfangreicher militärischer Komplex entsteht, der ursprünglich geheim bleiben sollte.
An Bord der Air Force One präsentierte Trump Journalisten Entwürfe des rund 8.400 Quadratmeter großen Gebäudes. Dabei ging er überraschend auf einen bislang kaum bekannten Aspekt ein: Unter dem Ballsaal entstehe eine „massive militärische Anlage“. Dass diese Information öffentlich wurde, führte Trump auf eine Klage gegen das Bauvorhaben zurück.
Kritik an dem Projekt gibt es schon länger. Denkmalschützer sehen in dem Neubau einen massiven Eingriff in das historische Ensemble des Weißen Hauses. Die Organisation National Trust for Historic Preservation hat Klage eingereicht und wirft der Regierung vor, notwendige Genehmigungen umgangen zu haben.
Der Ballsaal soll rund 400 Millionen Dollar kosten und Platz für bis zu 1.000 Gäste bieten. Trump begründet das Vorhaben mit praktischen Problemen: Der bislang größte Raum im Weißen Haus sei zu klein für große Empfänge, Veranstaltungen hätten deshalb oft in Zelten im Garten stattfinden müssen – mitunter bei schlechtem Wetter.
Der Präsident beschreibt das Gebäude zugleich als eine Art Schutzstruktur für die darunterliegende Anlage. Der Ballsaal fungiere gewissermaßen als „Hülle“ für militärische Einrichtungen, die unter anderem gegen Drohnenangriffe gesichert sein sollen.
Historisch ist das Weiße Haus bereits mit Schutzanlagen ausgestattet. Schon unter Präsident Franklin D. Roosevelt wurde ein Bunker errichtet, der im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt wurde.
Für zusätzliche Kritik sorgt auch der Umgang mit der bestehenden Bausubstanz: Der Ostflügel des Weißen Hauses, dessen Ursprünge bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichen, wurde bereits abgerissen, um Platz für den Neubau zu schaffen.
Ob das Projekt wie geplant fortgesetzt werden kann, ist derzeit offen. Ein Bundesgericht prüft, ob der Bau vorläufig gestoppt werden muss. Unabhängig davon zeigt Trumps jüngste Aussage vor allem eines: Aus einem Prestigeprojekt ist längst auch ein sicherheitspolitisches Vorhaben geworden – mit bislang unklarer Tragweite.
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