Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat eine der wichtigsten Datenerhebungen zum Thema Hunger in den Vereinigten Staaten eingestellt. Wie das Landwirtschaftsministerium (USDA) am Samstag mitteilte, wird die seit 30 Jahren jährlich veröffentlichte „Household Food Security“-Umfrage ab 2025 nicht mehr durchgeführt.
Die Begründung: Der Bericht sei „überpolitisiert“ worden und liefere keine verlässlichen Ergebnisse. Das Ministerium sprach von „falschen Kennzahlen, mangelnder Rechenschaft und einem übermäßigen Antrieb für immer größere Regierungsprogramme“.
Letzte Ausgabe im Oktober
Die 2024er-Ausgabe soll noch im Oktober erscheinen. Danach endet die jahrzehntelange Praxis. Stattdessen wolle man künftig auf „aktuellere und genauere Daten“ zurückgreifen, hieß es. Details, welche Erhebungen das USDA künftig nutzen will, blieben unklar.
Kritik in Zeiten wachsender Not
Die Entscheidung fällt in einer Phase, in der die Lebensmittelunsicherheit in den USA zunimmt. Millionen Amerikaner sind auf staatliche Hilfe angewiesen. Erst kürzlich hatte die Regierung die Regeln für das Ernährungsprogramm SNAP (Supplemental Nutrition Assistance Program) verschärft – unter anderem mit strengeren Arbeitsauflagen.
Sozialverbände und Ernährungsexperten warnen, dass mit dem Ende der etablierten Umfrage eine zentrale Grundlage für die Armuts- und Sozialpolitik verloren geht. Bislang galt sie als wichtigste Datensammlung darüber, wie viele Familien in den USA Schwierigkeiten haben, ausreichend Lebensmittel zu bekommen.
Politische Dimension
Das „Wall Street Journal“ hatte zuerst über die Entscheidung berichtet. Das Weiße Haus äußerte sich bislang nicht. Kritiker vermuten, dass die Abschaffung weniger mit methodischen Mängeln, sondern vielmehr mit dem politischen Risiko zusammenhängt: Steigende Zahlen zur Ernährungsunsicherheit passen nicht ins Bild einer Regierung, die Kürzungen bei Sozialprogrammen verteidigt.
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