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Trump-Regierung erwägt Verkauf von Studienkrediten an private Investoren

Rilsonav (CC0), Pixabay
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Die US-Regierung unter Donald Trump prüft derzeit die Möglichkeit, einen Teil der staatlichen Studienkredite an den privaten Finanzmarkt zu verkaufen. Das betrifft potenziell Millionen amerikanischer Kreditnehmer – und könnte weitreichende Folgen für deren Rückzahlungsmodalitäten haben.

Ein Insider bestätigte gegenüber USA TODAY, dass die Diskussionen laufen, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Bereits in Trumps erster Amtszeit war ein ähnlicher Schritt im Gespräch.

Was würde ein Verkauf bedeuten?

In der Praxis könnte sich für Kreditnehmer zunächst wenig ändern: Sie würden ihre Zahlungen künftig lediglich an ein neues Unternehmen überweisen. Zinssätze, Laufzeiten und Raten würden formal bestehen bleiben. Doch Experten warnen: Ein Verkauf an private Akteure könnte Schutzrechte einschränken, die derzeit nur staatlich gesicherte Darlehen bieten.

„Der Verkauf könnte dazu führen, dass künftige Regierungen keine Rückzahlungspausen mehr anordnen können – was wohl ein zentrales Ziel der Trump-Regierung ist“, sagt Kent Smetters vom Penn Wharton Budget Model.

Zum Vergleich: Präsident Joe Biden hatte während der Corona-Pandemie eine Rückzahlungspause von über drei Jahren eingeführt – ein Schritt, der unter privater Kreditvergabe so nicht möglich gewesen wäre.

Ist der Verkauf rechtlich zulässig?

Grundsätzlich ja – allerdings nur, wenn daraus keine zusätzlichen Kosten für den Steuerzahler entstehen. Genau das ist jedoch fraglich. Denn private Investoren würden den Kreditbestand mit hoher Wahrscheinlichkeit niedriger bewerten als der Staat.

Laut einer Analyse der Unternehmensberatung McKinsey aus dem Jahr 2019 ist davon auszugehen, dass rund 45 % der Kredite nie vollständig zurückgezahlt werden. Private Käufer könnten deshalb deutlich weniger für die Kredite zahlen als ihr Nennwert ausweist – mit entsprechenden finanziellen Folgen für den Staatshaushalt.

Zudem hätten private Gläubiger nicht dieselben rechtlichen Mittel wie die Regierung, etwa das Einziehen von Schulden durch Lohnpfändung ohne vorheriges Gerichtsverfahren.

„Es ist schwer zu argumentieren, dass so ein Verkauf wirklich kostenneutral wäre“, so Smetters.

Was würde sich für Kreditnehmer ändern?

Sollte ein Verkauf stattfinden, müssten die Bedingungen neu ausgehandelt werden. Private Kreditgeber haben nicht dieselben Spielräume wie die Regierung – etwa beim Erlassen von Schulden, Rückzahlungsaufschub oder sozial gestaffelten Rückzahlungsplänen.

Ein juristisches Problem könnte ebenfalls entstehen: Wenn günstige Rückzahlungsrechte gestrichen würden, könnte der Staat verpflichtet sein, die Betroffenen dafür zu entschädigen. Bei 45 Millionen Kreditnehmern wäre das eine immense Belastung – und könnte die angestrebten Einsparungen wieder zunichtemachen.

Teil eines größeren Plans?

Der Verkauf könnte ein Teil von Trumps größerem Ziel sein, das Bildungsministerium abzuschaffen – ein zentrales Wahlversprechen seiner Kampagne 2024. In einem Erlass im März sagte Trump:

„Das Bildungsministerium ist keine Bank – und es soll keine Bankfunktionen übernehmen.“

Fazit: Eine riskante Rechnung

Ein möglicher Verkauf der Studienkredite mag auf den ersten Blick als Weg zur Entlastung des Bundeshaushalts erscheinen. Doch Experten sehen erhebliche Risiken: rechtlich, politisch und finanziell. Besonders betroffen wären Millionen junger Amerikaner, die ohnehin schon unter hohen Studienkosten leiden.


Hintergrund:
Das staatliche Portfolio an Studienkrediten umfasst derzeit rund 1,6 Billionen US-Dollar. Etwa 45 Millionen Amerikaner sind davon betroffen.


 

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