Die US-Regierung will sich offenbar mit einigen der klügsten Köpfe des Landes anlegen – besser gesagt, mit deren Buchhaltungsabteilungen. Mehrere amerikanische Universitäten, darunter auch die ehrwürdige Harvard University, sollen zur Kasse gebeten werden, weil sie laut einem anonymen Regierungsinsider zu lasch gegen Antisemitismus vorgegangen sind. Die Strafe: saftige Geldzahlungen. Die Belohnung: staatliche Fördermittel dürfen danach wieder fließen – wie Süßigkeiten nach dem Zahnarzt.
Die Trump-Regierung, bekannt für ihren subtilen Umgang mit Kritik (nicht), sieht in den blockierten Fördergeldern ein praktisches Druckmittel – ganz nach dem Motto: Keine Millionen ohne Manieren! Präsident Trump und sein Team werfen den Universitäten vor, Brutstätten für Linksradikale und antisemitische Tendenzen zu sein. Die Lösung? Ein bisschen finanzielle Nötigung à la Washington.
Harvard im Fadenkreuz – und auf dem Klagepfad
Das große Ziel: Harvard, die älteste, reichste und vermutlich auch stolzeste Universität der USA. Dort forscht man sonst an Heilmitteln gegen Krebs – jetzt wohl an einem Gegenmittel gegen Bürokratie. Harvard hat die US-Regierung verklagt, um wieder an blockierte Forschungsgelder zu kommen. Ob das mit einem Harvard-Diplom in Verfassungsrecht schneller klappt, bleibt abzuwarten.
Columbia macht’s vor – und zahlt
Die Columbia University, nicht minder elitär, hat bereits gezeigt, wie man das Spiel mitspielt: Über 200 Millionen Dollar wurden an die Regierung gezahlt – vermutlich das akademische Äquivalent zur Schutzgeldzahlung. Dafür durfte die Uni ihre Fördermittel wieder einlösen – wie bei einem staatlichen Rabatt-Coupon.
Die Regierung sieht Columbia nun als Paradebeispiel für „freiwillige Kooperation unter sanftem Zwang“ – und hofft, dass andere Unis diesem Beispiel folgen. Harvard könnte also bald nicht nur Wissen, sondern auch Checks verteilen.
Ob das alles der Bildung dient oder eher einem neuen Netflix-Drehbuch („House of Grants“), bleibt offen. Fest steht: In den USA regiert derzeit nicht nur das Weiße Haus – sondern auch der Rotstift.
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