US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, sämtliche bislang geheimen Regierungsdokumente zur legendären Flugpionierin Amelia Earhart freigeben zu lassen. In einem am Freitag veröffentlichten Beitrag in den sozialen Medien erklärte Trump, seine Regierung sei beauftragt worden, „alle Regierungsakten über Earhart, ihre letzte Reise und alles Weitere“ zu deklassifizieren und zu veröffentlichen.
„Ihr Verschwinden vor fast 90 Jahren fasziniert Millionen“, schrieb Trump. Die Ankündigung sorgt in den USA für Aufsehen – nicht nur, weil das Rätsel um Earharts Schicksal bis heute ungelöst ist, sondern auch, weil der Präsident erneut ein historisches Mysterium zum Gegenstand politischer Symbolik macht.
Das Rätsel um Earhart
Amelia Earhart gilt als eine der berühmtesten Pilotinnen der Luftfahrtgeschichte. 1932 überquerte sie als erste Frau allein und nonstop den Atlantik. Fünf Jahre später verschwand sie am 2. Juli 1937 gemeinsam mit Navigator Fred Noonan über dem Pazifik, während sie versuchte, die Welt zu umrunden.
Seither kursieren unzählige Theorien über ihren Verbleib: Navigationsfehler, Treibstoffmangel, Notwasserung, Spionageeinsätze oder sogar ein Rückzug ins Privatleben auf einer philippinischen Kautschukplantage oder in New Jersey. Laut dem Smithsonian Institute ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass ihr Flugzeug wegen Treibstoffmangels ins Meer stürzte.
Welche Akten gibt es überhaupt?
Unklar ist bislang, welche konkreten Dokumente über Earhart in den Archiven der US-Regierung existieren. Immer wieder wurde spekuliert, ob es nachrichtendienstliche Berichte oder militärische Erkenntnisse über ihren letzten Flug gebe – etwa im Zusammenhang mit der politischen Lage im Pazifikraum vor dem Zweiten Weltkrieg.
Trumps Anordnung erinnert an seine bisherigen Initiativen zur Veröffentlichung historischer Geheimdokumente. Erst im Januar hatte er eine Exekutivanordnung zur Freigabe von Akten über die Attentate auf John F. Kennedy, Robert F. Kennedy und Martin Luther King Jr. unterzeichnet.
Ablenkung oder Aufarbeitung?
Trumps Kritiker werfen ihm vor, durch spektakuläre Ankündigungen von heikleren Themen ablenken zu wollen – etwa von der schleppenden Freigabe der Epstein-Dokumente, die mit prominenten Persönlichkeiten und mutmaßlichen Straftaten in Verbindung gebracht werden. Auch hier hatte es in den letzten Wochen parteipolitische Auseinandersetzungen über Umfang und Zeitpunkt der Aktenfreigabe gegeben.
Trump hingegen stilisiert sich als Präsident der „historischen Aufklärung“ – und nutzt populäre Themen, um seine Anhängerschaft anzusprechen. Die Aktenfreigabe zu Earhart fällt in eine Phase verstärkter politischer Mobilisierung für die Präsidentschaftswahl 2028.
Hintergrund: Amelia Earhart
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Geboren 1897, gestorben vermutlich 1937
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Erste Frau im Alleinflug über den Atlantik (1932)
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Verschwunden bei Weltumrundungsversuch über dem Pazifik
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Symbolfigur der amerikanischen Luftfahrtgeschichte
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