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Trump nominiert Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank

kalhh (CC0), Pixabay
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US-Präsident Donald Trump hat am 30. Januar Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve nominiert. Warsh, ein ehemaliges Mitglied im Gouverneursrat der Notenbank, soll künftig die Institution leiten, die Trump seit Jahren heftig für ihre Zinspolitik kritisiert hat.

Sollte der US-Senat die Nominierung bestätigen, würde Warsh den derzeitigen Fed-Chef Jerome Powell ablösen, dessen Amtszeit im Mai endet. Trump hatte bereits zu Beginn seiner zweiten Amtszeit 2025 klargestellt, dass er Powell nicht für eine weitere Amtszeit vorschlagen werde – ein Schritt, der nach jahrelangen Spannungen zwischen dem Präsidenten und dem Notenbankchef nicht überraschend kommt.

„Die Entscheidung für Warsh ist wohl das deutlichste Signal, dass es um die Unabhängigkeit der Fed in den kommenden Jahren nicht gut bestellt ist“, sagte Scott Ladner, Chef-Investmentstratege beim Beratungsunternehmen Horizon, gegenüber USA TODAY. Dennoch verfüge Warsh sowohl über institutionelle Erfahrung als auch über Glaubwürdigkeit an den Finanzmärkten.

Warsh gilt als Vertreter einer eher strikten geldpolitischen Linie („Inflationsfalke“) – also jemand, der sich für eine rigorose Bekämpfung der Inflation einsetzt. Das könnte ihn in einen Zielkonflikt mit Trump bringen, der wiederholt auf niedrigere Zinsen gedrängt hat. Der Präsident hatte zudem in den letzten Monaten mehrfach das Verhalten der Notenbank öffentlich kritisiert und wird verdächtigt, Einfluss auf Ermittlungen des Justizministeriums gegen Notenbank-Mitglieder zu nehmen – unter anderem gegen Fed-Gouverneurin Lisa Cook, deren Fall derzeit vor dem Obersten Gerichtshof liegt.

Trump hatte Powell ursprünglich 2017 zu Beginn seiner ersten Amtszeit selbst nominiert. Doch im Januar 2026 äußerte er öffentlich Zweifel an dessen Kurs: „Fed-Chefs ändern sich, sobald sie das Amt antreten“, sagte er damals.

Kevin Warsh war bereits zwischen 2006 und 2011 Mitglied des Direktoriums der Federal Reserve. Er wurde damals von Präsident George W. Bush ernannt. In seinen Memoiren beschrieb der frühere Fed-Vorsitzende Ben Bernanke Warsh als politisch gut vernetzt und mit ausgeprägtem Verständnis für die Finanzmärkte – trotz seines jungen Alters, das damals vereinzelt Kritik hervorrief.

In einer Rede im April 2025 äußerte Warsh scharfe Kritik an der heutigen Rolle der Notenbank. Die Fed agiere zunehmend wie eine „Allzweckbehörde der Regierung“ und habe sich zu weit von ihrem ursprünglichen Mandat entfernt. Die Folge: ausufernde Inflation und explodierende Staatsausgaben. Warsh sprach von einem „institutionellen Abdriften“, das sowohl die ökonomische Leistungsfähigkeit der Notenbank als auch deren Glaubwürdigkeit beschädige.

Derzeit ist Warsh als Gastwissenschaftler am Hoover-Institut der Stanford University tätig und hält Vorlesungen an der Stanford Graduate School of Business.

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