Donald Trumps zweite Amtszeit als US-Präsident beginnt mit massiven Machtambitionen – doch in der letzten Woche wurde er zweimal gezwungen, zurückzurudern.
Erstens: Nach der tödlichen Erschießung von Demonstranten durch Bundesbeamte in Minnesota, darunter der Krankenpfleger Alex Pretti, wuchs der öffentliche und politische Druck erheblich. Trump schickte seinen „Border Czar“ Tom Homan, um die Situation zu deeskalieren, und zeigte sich erstmals offen für einen gemäßigteren Ton. Sogar republikanische Senatoren forderten mehr Zurückhaltung und Transparenz.
Zweitens: Trumps Versuch, geopolitisch mit einem Vorstoß zur Übernahme Grönlands Präsenz zu zeigen, scheiterte krachend. NATO-Partner – normalerweise zurückhaltend – reagierten empört und einheitlich. Auch wirtschaftlich sorgte die Aktion für Unruhe: Kanadas Premierminister Mark Carney schlug in Davos eine Zusammenarbeit mit China im Bereich E-Mobilität vor – ein mögliches Warnsignal für die US-Wirtschaft.
Dazu kommt: In Venezuela provozierte Trump durch Einmischung in die Nach-Maduro-Regierung harsche Gegenreaktionen. Selbst US-Ölkonzerne zeigten wenig Interesse an seinen Plänen, das Land wirtschaftlich neu zu formen.
Inlandspolitisch gibt es ebenfalls Gegenwind: Rechtliche Auseinandersetzungen um verfassungswidrige Hausdurchsuchungen durch ICE, Diskussionen um das Recht auf Waffenbesitz bei Demonstrationen und massive Proteste gegen Trumps Migrationspolitik verdeutlichen, dass Checks and Balances weiterhin wirken – auch gegen einen Präsidenten, der gerne mit autoritären Maßnahmen spielt.
Fazit:
Trumps Machtfantasien – ob innenpolitisch mit harter Einwanderungspolitik oder außenpolitisch mit territorialen Ansprüchen – stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Widerstand kommt nicht nur aus der Opposition, sondern auch aus den eigenen Reihen, von Alliierten und wirtschaftlichen Akteuren. Die ersten Wochen von 2026 zeigen: Trumps Macht ist nicht unbegrenzt – der öffentliche und institutionelle Widerstand lebt.
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