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Trump lässt Ostflügel des Weißen Hauses abreißen – Neubau günstiger als Sanierung

DonnaW (CC0), Pixabay
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Der Ostflügel des Weißen Hauses ist Geschichte – und weicht einem 400 Millionen Dollar teuren Ballsaal. Wie die US-Regierung erklärte, sei der Abriss wirtschaftlich sinnvoller gewesen als eine Renovierung des stark beschädigten Bauteils.

Bei einer Sitzung der National Capital Planning Commission (NCPC) sagte Josh Fisher, Direktor des Verwaltungsbüros im Weißen Haus, der Ostflügel habe „erhebliche strukturelle Mängel“ sowie eine „insgesamt schlechte Bauweise“ aufgewiesen.

Der Abriss erfolgte bereits im Oktober – noch vor einer vollständigen Präsentation der Pläne, was bei einigen Kommissionsmitgliedern für Kritik sorgte.

Wasser, Schimmel, Verfall

Die Probleme im Ostflügel seien gravierend gewesen: „Chronische Wassereinbrüche, fortschreitender Verfall und Schimmelbildung“, so Fisher.

Eine Kosten-Nutzen-Rechnung habe ergeben, dass ein vollständiger Neubau langfristig günstiger sei als eine Sanierung. Zudem ermögliche er eine modernere Nutzung.

Geheimhaltung und Kritik

Phil Mendelson, Vorsitzender des Stadtrats von Washington D.C. und Mitglied der Kommission, kritisierte, dass das Projekt nicht vor Baubeginn umfassend vorgestellt wurde. Fisher verteidigte sich damit, dass bestimmte Aspekte „geheimer Natur“ seien.

William Scharf, Vorsitzender der Planungskommission und ein von Trump ernannter Beamter, ergänzte, dass die Kommission in der Regel keine Zuständigkeit bei Abrissarbeiten innerhalb des Weißen Hauses habe.

Neuer Ballsaal mit Kino, Küche und Büro der First Lady

Der neue, von Architekt Shalom Baranes geplante Ballsaal soll auf zwei Etagen rund 89.000 Quadratfuß (ca. 8.270 m²) umfassen – deutlich mehr als das eigentliche Wohnhaus des Präsidenten (55.000 Quadratfuß) und der Westflügel (40.000 Quadratfuß).

Das neue Gebäude soll Platz für 1.000 Gäste bei formellen Abendveranstaltungen bieten. Geplant sind zudem zwei Eingangshallen, eine Großküche, ein Kino und ein Büro für die First Lady.

Zudem wird auch der Westflügel – in dem sich unter anderem das Oval Office befindet – um ein weiteres Stockwerk erweitert, um ein „gleichmäßigeres Gesamtbild“ mit dem neuen Ostflügel zu schaffen.

Widerstand von Denkmalschützern

Nicht alle begrüßen den spektakulären Umbau: Die National Trust for Historic Preservation, eine vom US-Kongress beauftragte Denkmalorganisation, hat im Dezember Klage gegen den Abriss des historischen Ostflügels eingereicht.

Der Vorwurf: Die Regierung habe notwendige Prüfverfahren umgangen und den Abriss ohne ausreichende Genehmigung eingeleitet.

Ballsaal größer als das Weiße Haus selbst

Bereits während der Planungsphase kam es laut Medienberichten zu Spannungen zwischen Trump und früheren Architekten – insbesondere wegen der Größe des Ballsaals, der nach seiner Fertigstellung das restliche Weiße Haus überragen wird.

Trump, der mehrfach betont hatte, dass der Ballsaal durch private Spenden finanziert werde, will das Projekt noch vor Ende seiner Amtszeit im Januar 2029 abschließen lassen.


Kontext: Der Ostflügel des Weißen Hauses wurde 1942 unter Franklin D. Roosevelt errichtet und beherbergte bislang unter anderem das Büro der First Lady sowie den Eingang für Gäste. Mit dem Neubau erhält das Weiße Haus zum ersten Mal in seiner Geschichte einen repräsentativen Ballsaal in dieser Größenordnung.

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