US-Präsident Donald Trump hat am Montag überraschend eine deutliche Erhöhung der Zölle auf Importe aus Südkorea angekündigt. In einem Posting auf der Plattform Truth Social erklärte Trump, die Zölle auf südkoreanische Produkte würden von bisher 15 % auf 25 % steigen. Betroffen seien unter anderem Autos, Holzprodukte, Pharmazeutika sowie weitere Güter.
Als Begründung nannte Trump, dass das südkoreanische Parlament ein im Juli 2025 mit seiner Regierung vereinbartes Handelsabkommen bislang nicht ratifiziert habe. „Weil das koreanische Parlament unser historisches Handelsabkommen nicht umgesetzt hat – was ihr gutes Recht ist – erhöhe ich hiermit die TARIFFE auf südkoreanische Autos, Holz, Pharma und alle anderen reziproken Waren“, schrieb Trump.
Südkorea überrascht – keine offizielle Mitteilung aus Washington
Die südkoreanische Regierung zeigte sich von der Ankündigung überrumpelt. Aus dem Präsidentenamt in Seoul hieß es, bislang habe man „keine offizielle Mitteilung oder Erklärung der US-Regierung zu den Details“ erhalten.
Südkoreas Handelsminister, der sich derzeit zu Gesprächen in Kanada aufhält, werde laut Regierung kurzfristig in die USA reisen, um sich mit Handelsminister Howard Lutnick über die Lage auszutauschen.
Börsen reagieren nervös
An den südkoreanischen Finanzmärkten löste die Nachricht spürbare Unruhe aus. Der Leitindex Kospi verlor zunächst mehr als ein Prozent, bevor er sich im frühen Dienstagshandel wieder leicht erholte. Die Aktie des Autobauers Hyundai, eines der größten Exportunternehmen des Landes, rutschte zeitweise um über 2,2 % ab.
Laut dem US-Handelsministerium exportierte Südkorea im Jahr 2024 Waren im Wert von rund 132 Milliarden US-Dollar in die Vereinigten Staaten. Zu den wichtigsten Exportgütern zählen Fahrzeuge, Fahrzeugteile, Halbleiter und Elektronik – Produkte, die nun von der Zollanhebung besonders betroffen wären.
Handelsabkommen in der Schwebe – rechtliche Hürden für neue Zölle
Das im vergangenen Jahr angekündigte Handelsabkommen zwischen Trump und Südkorea sah ursprünglich vor, dass drohende US-Zölle in Höhe von 25 % nicht in Kraft treten und stattdessen Vergünstigungen, insbesondere im Automobilsektor, greifen sollten. Die nun angekündigte Erhöhung widerspricht dem damaligen Geist des Abkommens.
Ob Trump die Zölle tatsächlich im Alleingang umsetzen kann, ist allerdings fraglich: Vor dem Obersten Gerichtshof der USA läuft derzeit ein Verfahren, das klären soll, ob der Präsident weitreichende Länder-spezifische Zollerhöhungen überhaupt ohne Zustimmung des Kongresses durchsetzen darf. Eine Entscheidung gegen Trump könnte seine Handlungsfreiheit in Handelsfragen erheblich einschränken.
Weitere Zollandrohungen – auch gegen Kanada
Trumps Ankündigung ist Teil einer Serie jüngster Drohungen mit Strafzöllen: So hatte er zuletzt eine 100-prozentige Abgabe auf kanadische Produkte ins Spiel gebracht und einen zusätzlichen 10-Prozent-Zoll gegen Länder angekündigt, die seine umstrittenen „Grönland-Ambitionen“ ablehnen – eine Maßnahme, von der er später wieder Abstand nahm.
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