US-Präsident Donald Trump erhöht kurz vor seiner Frist am 1. August den wirtschaftlichen Druck auf Indien: In mehreren Social-Media-Posts warf er dem Land überhöhte Zölle, obstruktive Handelsbarrieren und anhaltende Ölimporte aus Russland vor. Er kündigte 25 % Strafzölle auf alle indischen Importe sowie eine zusätzliche „Strafe“ wegen der Energiegeschäfte mit Russland an.
„Indien hat einige der höchsten Zölle weltweit und sehr unangenehme, nicht-monetäre Handelsbarrieren“, schrieb Trump auf Truth Social.
„Sie kaufen weiterhin den Großteil ihrer Energie und ihrer Militärtechnik aus Russland – das ist nicht gut.“
Hintergrund: Stockende Handelsgespräche
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Monatelang hatten US- und indische Handelsvertreter über ein neues Abkommen verhandelt
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Trump zeigte sich jedoch zunehmend unzufrieden mit Indiens Angeboten
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Ein US-Beamter sagte:
„Sie sind bereit, teilweise entgegenzukommen – aber der Präsident will keine halben Sachen.“
Indien hatte auf ähnliche Erleichterungen gehofft wie Japan und die EU, die kürzlich neue Abkommen mit den USA abschließen konnten. Diese beinhalten Zölle von 15–20 % sowie Marktöffnungen und Investitionszusagen.
Russland-Strafe droht
Zusätzlich plant Trump sekundäre Sanktionen gegen Länder, die russisches Öl kaufen – Indien eingeschlossen.
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Russland liefert etwa 35 % von Indiens Ölimporten
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Indien ist nach China der zweitgrößte Käufer russischer Energie
Das Weiße Haus hat noch nicht konkretisiert, wie diese Sanktionen aussehen sollen. Die „Russland-Strafe“ wäre Teil von Trumps Strategie, Moskau zum Waffenstillstand in der Ukraine bis spätestens 8. August zu zwingen.
Was sagt das Weiße Haus?
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Wirtschaftsberater Kevin Hassett erklärte, die Strafzölle seien ein „Signal“, das Indien zum Umdenken bewegen solle:
„Vielleicht werden indische Firmen dann in den USA produzieren oder ihre Märkte für amerikanische Produkte öffnen.“
Internationale Reaktionen ungewiss
Noch ist offen, ob Indien den Zöllen durch ein spätes Entgegenkommen entgeht. Ein offizielles Schreiben der USA, wie es andere Länder erhielten, liegt noch nicht vor.
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