Zwei Tage nach Beginn seines zweiten Amtsjahres hat US-Präsident Donald Trump mal wieder für Schlagzeilen gesorgt – allerdings weniger durch ein Gesetz oder eine Rede, sondern durch eine Shoppingtour. Ziel: Edler Marmor für seinen neuen, umstrittenen Ballsaal im Weißen Haus.
Während seines Weihnachtsurlaubs in Mar-a-Lago ließ Trump seinen Tross kurzerhand anhalten – und zwar bei Arc Stone & Tile, einem Natursteinhändler unweit seines Resorts. Dort, so ein Sprecher des Weißen Hauses, habe Trump „auf eigene Kosten“ Marmor und Onyx gekauft – natürlich „für den großen Ballsaal im Weißen Haus“.
Was genau gekauft wurde? Unklar. Die Journalisten durften Trump bei seinem Einkaufsbummel nicht begleiten, und Arc Stone & Tile hatte Betriebsferien. Nur das Firmenband lief: „Wir öffnen wieder am 5. Januar.“
Aus alt mach opulent
Trump plant einen 90.000 Quadratfuß großen Ballsaal (rund 8.300 m²) auf dem Gelände des Weißen Hauses – dort, wo bis vor kurzem noch der East Wing stand. Der wurde bereits im Oktober abgerissen. Ziel: Fertigstellung bis spätestens Januar 2029. Der Ballsaal soll laut Trump „große Veranstaltungen“ ermöglichen, die bislang „entweder draußen oder in der viel zu kleinen Osthalle“ stattfinden.
Finanziert werden soll der Bau aus privaten Spenden – und durch Trumps eigenes Vermögen. „Wir sind unter Budget und vor dem Zeitplan“, verkündete er am 29. Dezember stolz. Nur: Das Projekt soll inzwischen 400 Millionen Dollar kosten – statt der ursprünglich geplanten 250 Millionen.
Das Design? Noch geheim. Die Kritik? Umso lauter.
Pläne zum genauen Aussehen des neuen Prachtbaus sollen am 8. Januar der National Capital Planning Commission vorgelegt werden. In der Zwischenzeit wehren sich Denkmalpfleger: Die National Trust for Historic Preservation hat bereits Klage gegen das Vorhaben eingereicht. Laut einer Umfrage lehnen 56 % der Amerikaner das Projekt ab – 45 % davon „sehr deutlich“.
Architektentausch in Trumps Stil
Ursprünglich sollte James McCrery II das Projekt leiten. Doch als die beiden sich nicht auf die Dimensionen des Saals einigen konnten (Trump wollte – Überraschung – größer), wurde Shalom Baranes aus Washington, D.C., als neuer Chefarchitekt eingesetzt. McCrery bleibt immerhin als Berater dabei.
Ob der neue Ballsaal am Ende wirklich ein architektonisches Meisterwerk oder doch eher ein Marmor-Monument politischer Eitelkeit wird – das bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Präsident hat seine Fliesen jedenfalls schon ausgesucht.
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