Die USA steuern auf eine diplomatische Eiszeit mit Europa zu – und das ausgerechnet wegen eines riesigen, eisbedeckten Landes im Norden: Grönland. Was einst wie eine Laune wirkte, ist für Donald Trump längst zur ernsthaften Obsession geworden. Der frühere Präsident will die Insel um jeden Preis – zur Not auch mit militärischen Mitteln. Selbst einige seiner Berater halten das inzwischen für zu gefährlich.
Trump sieht in Grönland einen Schlüssel zur nationalen Sicherheit und zur Abwehr chinesischer und russischer Einflüsse in der Arktis. Doch während er öffentlich mit der „kompletten Übernahme“ droht, hoffen viele in seinem Umfeld auf eine „Art of the Deal“-Lösung: wirtschaftlicher Druck, Verhandlungen, Zugeständnisse. Eine vollständige Annexion? Lieber nicht.
In Europa schrillen die Alarmglocken. Die Androhung von Strafzöllen auf Länder wie Deutschland, Dänemark oder Frankreich hat die Spannungen verschärft. Besonders brisant: Trump erklärte öffentlich, sich nicht mehr an Friedensabsichten gebunden zu fühlen, nachdem ihm der Friedensnobelpreis verweigert wurde.
Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer: Gespräche mit europäischen Spitzenpolitikern wie Premierminister Starmer und NATO-Generalsekretär Rutte deuten darauf hin, dass ein Kompromiss denkbar ist – etwa durch eine Neuverhandlung des NATO-Abkommens von 1951 oder gemeinsame Sicherheitsgarantien ohne Eigentumsübertragung.
Trotzdem bleibt Trump stur: Für ihn zählt nicht nur Einfluss, sondern Besitz. Militärbasen in Grönland? Gibt es längst. Kooperation mit Dänemark? Möglich. Doch Trumps Vision ist klar: Nur durch Eigentum könne die USA Grönland wirklich sichern.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es einen diplomatischen Ausweg gibt – oder ob der Grönland-Konflikt zu einem Symbol für eine neue, konfrontative Weltordnung wird, in der Verhandlungen der Stärke weichen. Europas Diplomaten sind alarmiert. Ihre größte Sorge: Dass Trump nicht nur blufft – sondern ernst macht.
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