US-Präsident Donald Trump hat Peking ultimativ zur Lieferung von Magneten aufgefordert und dabei erneut mit massiven Strafzöllen gedroht. „China muss der Forderung nachkommen, oder wir müssen ihnen einen Zoll von zweihundert Prozent oder so etwas auferlegen“, erklärte Trump. Die Äußerung sorgt international für Aufsehen, da sie eine neue Eskalationsstufe im ohnehin angespannten Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt andeuten könnte.
Exportbeschränkungen aus Peking
Hintergrund ist eine Entscheidung der chinesischen Regierung vom April: Als Reaktion auf US-Zollerhöhungen setzte Peking mehrere Produkte aus Seltenen Erden, darunter auch leistungsstarke Magneten, auf eine Liste mit Exportbeschränkungen. Diese Maßnahme zielte vor allem darauf ab, Druck auf Washington aufzubauen. China kontrolliert den Großteil der weltweiten Förderung und Verarbeitung Seltener Erden und besitzt damit ein erhebliches geopolitisches Druckmittel.
Bedeutung von Magneten und Seltenen Erden
Die betroffenen Magneten gelten als Schlüsselkomponenten in zahlreichen Hightech- und Zukunftsbranchen. Sie werden unter anderem in der Rüstungsindustrie, in Windkraftanlagen, Elektroautos, Smartphones und medizinischen Geräten eingesetzt. Für die USA, die in diesen Bereichen auf stabile Lieferketten angewiesen sind, kommt die Abhängigkeit von chinesischen Exporten einer strategischen Verwundbarkeit gleich.
Handelsstreit auf Zeit
Offiziell gilt derzeit noch eine 90-tägige „Atempause“ im Zollstreit, die Mitte August von beiden Seiten vereinbart wurde. Ziel war es, in dieser Zeit erneut über Handelsabkommen und gegenseitige Zugeständnisse zu verhandeln. Mit seinen jüngsten Drohungen deutet Trump jedoch an, dass er wenig Geduld für langwierige Gespräche hat. Beobachter sehen darin ein taktisches Mittel, um den Druck auf Peking zu erhöhen und innenpolitisch Stärke zu demonstrieren.
Risiken für Weltwirtschaft und Märkte
Sollte Trump seine Ankündigung wahr machen und Strafzölle von „zweihundert Prozent oder mehr“ einführen, könnte dies weitreichende Folgen haben:
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Industrie und Verbraucherpreise: Höhere Zölle würden die Importkosten für US-Unternehmen deutlich steigern, was sich auf Produktion und Endpreise auswirken könnte.
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Globale Lieferketten: Da viele internationale Firmen auf chinesische Magneten und Seltene Erden angewiesen sind, könnten weltweite Produktionsengpässe entstehen.
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Finanzmärkte: Eine erneute Eskalation im Handelskonflikt dürfte Anleger verunsichern und die Kurse an den Börsen belasten.
Politische Dimension
Für China steht nicht nur der Export von Magneten, sondern auch seine Position als führender Akteur auf dem Rohstoffmarkt auf dem Spiel. Peking dürfte kaum bereit sein, sich den Drohungen Washingtons ohne Gegenmaßnahmen zu beugen. Bereits in der Vergangenheit hatte die chinesische Führung klargemacht, dass Exportbeschränkungen ein legitimes Mittel seien, um auf US-Strafzölle zu reagieren.
Damit bleibt unklar, ob die 90-tägige Pause tatsächlich zu einer Entspannung führen kann – oder ob Trumps jüngste Forderungen den Konflikt eher weiter anheizen.
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