Nach dem militärischen Eingreifen der USA in Venezuela und der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro hat US-Präsident Donald Trump den Druck auf Kuba erhöht. Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social erklärte Trump, der kommunistische Karibikstaat werde künftig weder Öl noch finanzielle Unterstützung aus Venezuela erhalten, sofern er sich nicht auf ein Abkommen mit Washington einlasse. Details zu den Inhalten einer möglichen Vereinbarung nannte Trump nicht.
Kuba gilt seit Jahrzehnten als enger Verbündeter Venezuelas. Beobachter berichten, dass zahlreiche kubanische Sicherheits- und Geheimdienstmitarbeiter in Venezuela aktiv waren, unter anderem zum Schutz von Präsident Maduro. Laut Angaben der kubanischen Regierung kamen beim US-Einsatz zur Festnahme Maduros am 3. Januar in Caracas 32 kubanische Sicherheitskräfte ums Leben.
Trump äußerte, dass Venezuela nun unter US-Schutz stehe und keine externen Sicherheitsdienste aus Kuba mehr benötige.
Wiederholte Drohungen in Richtung Havanna
Die aktuelle Äußerung ist nicht die erste Warnung Trumps gegenüber Kuba. Bereits vor dem Militäreinsatz in Venezuela hatte er angedeutet, dass auch die Regierung in Havanna unter Druck geraten werde. Ein direktes militärisches Eingreifen auf Kuba sei laut Trump jedoch nicht notwendig, da die Regierung dort ohne venezolanisches Öl wirtschaftlich nicht überlebensfähig sei.
In mehreren Beiträgen auf Truth Social teilte Trump Beiträge von Nutzern, die einen möglichen politischen Umbruch auf Kuba begrüßten. In einem davon wurde – augenzwinkernd – US-Außenminister Marco Rubio als künftiger Präsident Kubas vorgeschlagen. Trump kommentierte dies mit: „Klingt für mich gut.“
Reaktion aus Havanna
Kubas Außenminister Bruno Rodríguez reagierte scharf auf die Äußerungen und warf den USA „kriminelles Verhalten“ vor, das nicht nur Kuba, sondern die Stabilität der gesamten Region gefährde. Auf der Plattform X betonte Rodríguez, dass sein Land sich keiner Erpressung oder militärischem Zwang beuge. Zudem habe Kuba das Recht, Treibstoff aus jedem Land zu importieren, das dazu bereit sei.
Er wies außerdem zurück, dass Kuba im Austausch für Sicherheitsdienstleistungen von Venezuela Öl oder andere Gegenleistungen erhalten habe. „Kuba erhält weder finanzielle noch materielle Vergütung für solche Dienste, noch hat es das jemals getan“, sagte Rodríguez.
Wirtschaftliche Lage Kubas angespannt
Kuba befindet sich derzeit in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Neben einer allgemeinen Versorgungsknappheit ist insbesondere die Treibstoffversorgung stark eingeschränkt. Zwar bezieht das Land auch Öl aus Russland und Mexiko, doch die Liefermengen aus Venezuela – traditionell Hauptlieferant – sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.
Der mögliche vollständige Wegfall venezolanischer Öl-Lieferungen könnte die Lage weiter verschärfen. Geheimdienstkreise, auf die sich die Nachrichtenagentur Reuters beruft, bestätigen, dass dies für die Regierung in Havanna eine erhebliche Belastung darstellen würde. Allerdings werde Trumps Einschätzung, wonach das Regime kurz vor dem Kollaps stehe, nicht von allen Experten geteilt.
Kommentar hinterlassen