US-Präsident Donald Trump hat erneut mit hohen Strafzöllen auf indische Importe gedroht. Sollten die beiden Länder keine Einigung im seit Langem angestrebten Handelsabkommen erzielen, könnte die US-Regierung Zölle von bis zu 25 Prozent erheben, erklärte Trump am Dienstag gegenüber Reportern: „Sie werden 25 Prozent zahlen.“
Trotz der wiederholten Bezeichnung Indiens als „Freund“, machte Trump deutlich, dass er bei Handelsfragen nicht zögert, hart durchzugreifen. In der Vergangenheit hatte er Indien bereits vorgeworfen, zu hohe Zölle auf US-Produkte zu verlangen. Am 2. April hatte Trump sogenannte „reziproke Zölle“ in Höhe von 26 Prozent angekündigt – sie aber vorerst ausgesetzt.
Verhandlungen stagnieren
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer sagte am Montag im Sender CNBC, dass ein Handelsabkommen mit Indien noch mehr Verhandlungsbedarf habe. Zwar habe Neu-Delhi signalisiert, den Zugang zu seinem Markt ausweiten zu wollen, doch es gebe weiterhin „komplizierte Details“, die noch geklärt werden müssten.
Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar bezeichnete frühere US-Behauptungen, wonach Indien auf US-Exporte künftig keine Zölle mehr erheben wolle, als „verfrüht“. Die Gespräche seien „komplex und vielschichtig“.
Streitpunkt: Marktzugang und Vorschriften
Neben hohen Zöllen kritisieren die USA vor allem nichttarifäre Handelshemmnisse in Indien – etwa zusätzliche Steuern auf digitale Dienstleistungen sowie komplizierte Vorschriften für den Import ausländischer Waren, darunter „besonders aufwendige“ Produkttests.
Im Jahr 2024 importierte die USA Waren im Wert von 87 Milliarden Dollar aus Indien, während Indien 42 Milliarden Dollar aus den Vereinigten Staaten bezog. Besonders stark vertreten sind indische Arzneimittel, Kommunikationsgeräte wie Smartphones sowie Textilien.
Trump hatte zuletzt mehrfach betont, dass Handelsabkommen unter seiner Regierung nur zustande kommen, wenn „bisher geschlossene Märkte für US-Produkte geöffnet werden“. Obwohl Trump ein Ultimatum bis zum 1. August gesetzt hat, zeigte sich Indiens Handelsministerium zuletzt noch zuversichtlich, eine Einigung erzielen zu können.
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