Donald Trump hat es mal wieder geschafft:
Ein einziger Wutanfall auf Truth Social – und schon wird weltweit Tanken zur Luxusveranstaltung.
Die Ölpreise zogen am Sonntag kräftig an, nachdem der US-Präsident dem Iran in gewohnt staatsmännischer Feinmotorik mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken gedroht hatte, falls die Straße von Hormus nicht geöffnet wird. Brent stieg auf 110,60 Dollar, US-Öl auf 113,60 Dollar. Oder wie der normale Autofahrer sagt: „Na super, jetzt kostet der Weg zum Supermarkt bald wieder wie ein Inlandsflug.“
Trumps außenpolitisches Konzept bleibt dabei bemerkenswert konstant:
Erst brüllen, dann drohen, dann Frist setzen, dann Frist verlängern, dann noch lauter brüllen.
Am Sonntag verkündete er auf Truth Social in feinster Stammtisch-Diplomatie:
„Dienstag wird Kraftwerks-Tag und Brücken-Tag im Iran. Öffnet die verdammte Straße, ihr verrückten Bastarde, sonst lebt ihr in der Hölle!“
So klingt also die Außenpolitik der größten Militärmacht der Welt im Jahr 2026:
wie ein betrunkener Immobilienhai, der im Stau vor der Tankstelle eine atomare Krise managt.
Der Iran reagierte erwartbar kühl und erklärte, die Straße von Hormus werde erst wieder geöffnet, wenn das Land „vollständig entschädigt“ sei. Was in etwa so klingt, als würde man sagen:
„Ja, wir reden gern – aber erst, wenn ihr den Schaden bezahlt, den ihr vorher angerichtet habt.“
Besonders unterhaltsam ist dabei Trumps strategische Konstanz. Noch vergangene Woche behauptete er großspurig, die USA bräuchten die Straße von Hormus gar nicht. Jetzt droht er mit dem nächsten Infrastruktur-Großfeuerwerk, wenn sie nicht sofort wieder geöffnet wird.
Übersetzt heißt das:
„Wir brauchen das zwar nicht – aber wenn ihr es nicht aufmacht, drehen wir komplett durch.“
Auch Oman mischte sich ein und traf sich mit dem Iran, um über die Durchfahrt von Schiffen zu sprechen. Während also irgendwo noch echte Diplomatie versucht wird, das Schlimmste zu verhindern, sitzt Trump wahrscheinlich wieder vor dem Handy und formuliert bereits die nächste Frist mit Großbuchstaben und drei Ausrufezeichen.
Die OPEC+-Staaten äußerten derweil Sorgen über Angriffe auf Energieanlagen – was ungefähr so überraschend ist, wie wenn ein Bäcker besorgt auf ein brennendes Mehl-Lager schaut. Nach einem Online-Treffen kündigten die Förderländer zwar an, ihre Produktion im Mai um 206.000 Barrel pro Tag zu erhöhen, doch das hat eher symbolischen Charakter.
Denn das Problem ist derzeit nicht, ob genug Öl da ist.
Das Problem ist, dass der wichtigste Transportweg halb blockiert ist und ein orangefarbener Ex-Präsident-im-Präsidentenamt glaubt, man könne Schifffahrtskrisen mit Capslock lösen.
Die Folgen spüren längst alle. In den USA stieg der durchschnittliche Benzinpreis auf 4,11 Dollar pro Gallone – der höchste Stand seit 2022. Seit Beginn des Kriegs sind die Spritpreise damit um fast 38 Prozent gestiegen.
Heißt konkret:
Der Amerikaner fährt zwar noch seinen Pickup – aber inzwischen vermutlich nur noch bis zur Einfahrt und zurück.
Auch an den Börsen kam die übliche Mischung aus Panik, Öl und Trump nicht besonders gut an. Die Futures fielen: Dow, S&P 500, Nasdaq – alles rot. Was ebenfalls wenig überrascht. Wenn ein Präsident im Internet „Bridge Day“ ankündigt, reagieren Märkte traditionell nicht mit Euphorie.
Fazit:
Trump droht, Iran kontert, Hormus bleibt ein Pulverfass, Öl steigt, Benzin explodiert – und die Weltwirtschaft darf wieder einmal lernen, dass geopolitische Stabilität nicht zwingend kompatibel ist mit einem Präsidenten, der Außenpolitik wie eine wütende Kommentarspalte betreibt.
Das neue Energiesparkonzept 2026 lautet also:
Nicht weniger Krieg.
Nicht mehr Diplomatie.
Sondern: Einfach nur noch für 30 Euro tanken. Dann merkt man gar nicht, wie teuer es geworden ist.
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