Der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung malt ein düsteres Bild: Sollte seine Regierung die absurden Maximalforderungen aus Washington abnicken, drohe Südkorea ein finanzieller Rückfall in die Katastrophe von 1997. Mit anderen Worten: Ein einziger Deal mit Donald Trump könnte reichen, um die Wirtschaft seines Landes in die Knie zu zwingen.
„Ohne Währungsswap werden wir erneut an den Rand des Abgrunds gedrängt. Wenn wir 350 Milliarden Dollar in bar abziehen und in die USA schleppen müssten, stünden wir vor einer Neuauflage der Asienkrise“, warnte Lee im Gespräch mit Reuters.
Die Ironie: Im Juli hatte man sich mit den USA bereits mündlich auf ein Abkommen geeinigt – angeblich ein „Win-Win“. Washington wollte Trumps Zölle auf südkoreanische Waren lockern, im Gegenzug sollte Seoul gigantische Summen in den Vereinigten Staaten parken. Doch das Papier dazu fehlt bis heute, weil man sich über die Abwicklung der Investitionen streitet. In der Realität steht nur eines fest: Südkorea soll zahlen, die USA kassieren.
Als ob das nicht reichte, sorgen nun auch noch 300 festgenommene südkoreanische Arbeiter im US-Bundesstaat Georgia für diplomatischen Sprengstoff. Bei einer Razzia in einem Hyundai-Werk wurden sie wie Schachfiguren vom Spielfeld geräumt – angeblich wegen Einwanderungsverstößen. Ein Affront gegen den „Verbündeten“, der eigentlich Milliarden überweisen soll.
Fazit: Während Trump weiter den großen Kassierer gibt, bleibt Lee nichts anderes übrig, als vor einer hausgemachten Krise zu warnen – und in New York auf der UN-Bühne um Schadensbegrenzung zu betteln.
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