US-Präsident Donald Trump hat dem Sohn des republikanischen Kongressabgeordneten Steve Womack aus Arkansas, James Phillip Womack, Gnade gewährt. Der wegen Drogenhandels verurteilte Womack war zu acht Jahren Haft verurteilt worden, wurde nun aber vorzeitig begnadigt – unter Verweis auf familiäre Gesundheitsprobleme.
Die Begnadigung wurde am 15. Januar im offiziellen Executive Grant of Clemency durch das US-Justizministerium bestätigt und von Trump unterzeichnet.
Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte gegenüber USA TODAY, dass James Womacks guter Leumund im Gefängnis sowie mehrere schwerwiegende gesundheitliche Herausforderungen innerhalb der Familie zu der Entscheidung beigetragen hätten. Womacks Mutter wurde demnach kürzlich mit Bauchkrebs diagnostiziert, zudem leide sein Bruder unter einer neurologischen Erkrankung, die ein selbstständiges Leben erschwere.
Drogenverurteilung trotz Vorstrafenregister
James Phillip Womack war im Mai 2024 von einem Bundesgericht zu einer achtjährigen Haftstrafe sowie einer Geldstrafe von 1.900 US-Dollar verurteilt worden. Er wurde des Handels mit mehr als fünf Gramm Methamphetamin für schuldig befunden und war bereits mehrfach wegen Drogendelikten festgenommen worden. Trotz der Begnadigung bleibt eine fünfjährige Bewährungszeit unter Aufsicht bestehen.
Dankbarkeit vom Vater – Kritik bleibt aus
Kongressabgeordneter Steve Womack äußerte sich zunächst nicht öffentlich gegenüber der Presse, bedankte sich jedoch später in Stellungnahmen gegenüber lokalen Fernsehsendern in Arkansas: „Ich bin Präsident Trump dankbar für diese großzügige und mitfühlende Entscheidung. Die Begnadigung hat meinem Sohn ermöglicht, in einer äußerst schwierigen Zeit bei seiner Familie zu sein. Das Telefongespräch des Präsidenten mit meiner Frau und ihrem Ärzteteam werde ich nie vergessen.“
Womack gehört dem einflussreichen Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses an und war zuvor Vorsitzender des Budgetausschusses.
Kritische Fragen zur Gerechtigkeit
Der Fall dürfte erneut Diskussionen über die Auswahlkriterien für präsidiale Begnadigungen auslösen – insbesondere, wenn es sich um Personen aus dem Umfeld politischer Verbündeter handelt. Auch wenn Trump familiäre Härtefälle als Grund anführt, stellen Kritiker die Frage, ob ein gewöhnlicher Gefangener unter ähnlichen Umständen dieselbe Chance auf Gnade erhalten hätte.
Im Kontext von Trumps zweiter Amtszeit und anhaltender Einflussnahme auf Justiz und Strafverfolgung dürfte der Fall politische wie juristische Debatten befeuern.
Kommentar hinterlassen