Es war mal wieder einer dieser typischen Trump-Tage – nur diesmal anders. Denn am Mittwoch haute US-Präsident Donald Trump auf seiner Lieblingsplattform Truth Social zwei wirtschaftspolitische Vorschläge raus, bei denen sich selbst progressive Demokraten fragten: „Warte mal, ist das unser Text?“
Erstens: Trump will großen Investoren verbieten, Einfamilienhäuser zu kaufen.
Zweitens: Rüstungsfirmen sollen keine Verträge mehr bekommen, wenn sie ihren Chefs mehr als 5 Millionen Dollar zahlen oder Dividenden und Aktienrückkäufe machen.
Klingt wie ein Wahlprogramm von Elizabeth Warren – kam aber von Donald „ich liebe Unternehmen (solange sie meine Namen tragen)“ Trump.
Dabei trat Trump einst als Pro-Business-Populist an – niedrige Steuern, weniger Regulierung, klassische Republikaner-Kost. Zwar hatte er schon früher mal gegen Unternehmen geschossen, etwa wegen zu viel Diversität oder schlechter Medienberichterstattung, doch bisher blieb’s meistens bei Getöse. Diesmal aber ging er direkt auf zentrale Säulen des Marktkapitalismus los.
Die Investoren sollen raus aus dem Wohnungsmarkt, weil Wohnraum zu teuer sei und Konzerne das „amerikanische Traumhaus“ aufkaufen. Dummerweise haben Expert:innen darauf hingewiesen: Die Institutionellen sind nur ein kleiner Teil des Problems. Das eigentliche Problem: Es gibt zu wenig Häuser. Folge: Börsenabsturz bei Immobilienaktien, Blackstone rauschte 5,6 Prozent nach unten.
Und dann die Rüstungsindustrie. Trump meckert: Die liefern zu langsam, verdienen zu viel, zahlen sich selbst Boni und lassen das Militär warten. Lösung: Verträge nur noch mit Gehaltsdeckel, keine Dividenden, keine Aktienrückkäufe. Klingt fast, als hätte sich Bernie Sanders als Ghostwriter eingeschlichen.
Für die CEOs ist das alles ein Alptraum: Erst jubeln sie über Deregulierung, dann kommt plötzlich ein Tweet, der klingt, als hätte Karl Marx einen MBA gemacht.
Die Börse reagierte prompt: Nach einem starken Jahresstart 2026 gab’s den ersten Rücksetzer. Investoren stellen sich jetzt eine neue Frage: Was kommt als Nächstes? Ein Verstaatlichungsplan mit goldenem MAGA-Siegel?
Eines ist sicher: Trumps Wirtschaftspolitik bleibt das, was sie immer war – völlig unvorhersehbar. Nur diesmal mit einem Hauch von Klassenkampf.
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