Wer in diesen Tagen auf die Börsen reagiert, dürfte angesichts geopolitischer Spannungen nervös werden. Doch ein Blick auf das vergangene Jahr zeigt: Kurzfristige Kursschwankungen sind kein verlässlicher Indikator für die Jahresperformance von Altersvorsorgekonten.
Laut neuen Daten von Fidelity Investments stieg das durchschnittliche Guthaben in betrieblichen 401(k)-Rentenkonten im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 146.100 US-Dollar. Das Unternehmen analysierte dabei fast 25 Millionen Konten. Es ist bereits das dritte Jahr in Folge mit zweistelligen Zuwächsen.
Neben der positiven Marktentwicklung spielten vor allem konsequente Sparbeiträge der Beschäftigten eine Rolle. Der durchschnittliche Sparsatz lag bei 14,2 Prozent des Bruttoeinkommens – bestehend aus rund 9,5 Prozent Eigenbeitrag und 4,7 Prozent Arbeitgeberzuschuss.
Zum Vergleich:
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Der S&P 500 legte im vergangenen Jahr um 16,39 Prozent zu.
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Der Nasdaq stieg um mehr als 20 Prozent.
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Der Anleiheindex S&P Aggregate Bond Index gewann 2,91 Prozent.
Durchschnitt vs. Median: Große Unterschiede
Der Durchschnittswert von 146.100 Dollar über alle Altersgruppen hinweg wirkt solide – doch der Medianwert liegt lediglich bei 34.400 Dollar. Das bedeutet, dass die Hälfte aller Sparer weniger als diesen Betrag angespart hat.
Deutlich besser sieht es bei Personen aus, die mindestens 15 Jahre sparen. Hier lag der Median bei 377.700 Dollar.
Am oberen Ende der Skala befanden sich 665.000 Konten mit einem Guthaben von mindestens einer Million Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber 537.000 im Vorjahr. Diese Anleger sparen im Schnitt seit etwa 25 Jahren.
Generation X: Zwischen soliden Sparquoten und Nachholbedarf
Rund 60 Prozent der Millionenkonten gehören der Generation X (Jahrgänge 1965–1980), die sich dem Ruhestand nähert.
Im Durchschnitt sparten Gen-X-Angehörige im vergangenen Jahr 15,4 Prozent ihres Einkommens. Ein Teil von ihnen nutzte zusätzliche sogenannte „Catch-up“-Beiträge:
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Personen ab 50 Jahren durften 2025 zusätzlich 7.500 Dollar einzahlen.
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Für 60- bis 63-Jährige lag die Zusatzgrenze sogar bei 11.250 Dollar.
Dennoch ist die Lage gemischt: Der Medianwert der Gen-X-Konten beträgt nur 67.100 Dollar. Viele aus dieser Generation profitieren nicht mehr von klassischen Betriebsrenten, da Unternehmen in den 1990er-Jahren verstärkt auf 401(k)-Modelle umstellten.
Frauen holen auf – aber Unterschiede bleiben
Im Rahmen des Women’s History Month wertete Fidelity die Daten gesondert für Frauen aus.
Das durchschnittliche 401(k)-Guthaben von Frauen lag bei 119.500 Dollar – ein Anstieg von 22 Prozent innerhalb von fünf Jahren und damit stärker als der Gesamtdurchschnitt (20 Prozent).
Allerdings beträgt der Medianwert nur 29.400 Dollar, was weiterhin auf strukturelle Einkommens- und Erwerbsunterschiede hindeutet.
Positiv ist jedoch der Spartrend:
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Fast 40 Prozent der Frauen erhöhten im vergangenen Jahr ihre Sparquote.
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Bei Frauen der Generation Z waren es sogar 47 Prozent.
Frauen, die seit mindestens 15 Jahren sparen, erreichten im Schnitt ein Guthaben von 508.700 Dollar – deutlich mehr als im Vorjahr (453.500 Dollar).
Fazit
Trotz teils heftiger Marktschwankungen zeigt sich: Langfristiges Investieren und kontinuierliches Sparen zahlen sich aus.
Die Zahlen verdeutlichen jedoch auch erhebliche Unterschiede zwischen Durchschnitt und Median – sowie zwischen Generationen und Geschlechtern. Während einige Anleger Millionenguthaben aufgebaut haben, liegt ein großer Teil der Sparer deutlich darunter.
Der wichtigste Erfolgsfaktor bleibt offenbar Beständigkeit: regelmäßig investieren, Schwankungen aussitzen und langfristig denken.
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