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Tropensturm Melissa bremst aus – Forscher warnen vor gefährlichem Trend im Atlantik

WikiImages (CC0), Pixabay
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Der Atlantik erlebt derzeit ein ungewöhnliches Wetterphänomen: Tropensturm Melissa bewegt sich nur sehr langsam über das Meer – und genau das bereitet Meteorologen zunehmend Sorgen. Statt wie üblich rasch weiterzuziehen, verharrt der Sturm über längere Zeit über denselben Gebieten, was die Risiken für Überschwemmungen und Zerstörung deutlich erhöht.

Ein Sturm, der auf der Stelle tritt

Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums (NOAA) hat Melissa in den vergangenen 24 Stunden ihre Zuggeschwindigkeit stark reduziert. Meteorologen sprechen von einem „stehenden Sturm“, der nur noch mit wenigen Kilometern pro Stunde ostwärts driftet. Dadurch regnet es über betroffenen Regionen anhaltend und heftig – ein typisches Muster, das in den letzten Jahren häufiger beobachtet wird.

„Das Problem ist nicht immer die Windstärke, sondern die Langsamkeit“, erklärt Klimaforscherin Dr. Evelyn Carter vom National Weather Service. „Je länger ein Tropensturm über einem Gebiet bleibt, desto größer sind die Schäden durch Dauerregen und Sturmfluten.“

Eine beunruhigende Entwicklung im Atlantik

Melissa steht exemplarisch für eine neue Tendenz im Atlantikraum: Tropische Wirbelstürme verlangsamen sich. Untersuchungen zeigen, dass sich die durchschnittliche Zuggeschwindigkeit von Stürmen in den letzten Jahrzehnten um bis zu 17 Prozent verringert hat.
Die Hauptursache sehen Experten im Klimawandel. Durch die Erwärmung der Arktis schwächt sich der Jetstream ab, was wiederum die großräumigen Luftströmungen beeinflusst, die normalerweise die Stürme antreiben.

Die Folge: Hurrikans und Tropenstürme „hängen fest“, anstatt zügig weiterzuziehen – mit oft katastrophalen Folgen.
Beispielhaft erinnern Forscher an Hurrikan Harvey (2017) in Texas oder Dorian (2019) auf den Bahamas, die beide durch ihr langsames Vorankommen enorme Zerstörung anrichteten.

Langsame Stürme – große Schäden

Wenn ein Tropensturm wie Melissa über Land kaum vorankommt, regnet es tagelang. Flüsse treten über die Ufer, Straßen werden unpassierbar, und Küstengebiete leiden unter anhaltenden Sturmfluten.
Auch wenn Melissa aktuell nicht die Stärke eines Hurrikans erreicht, warnt der Nationale Wetterdienst: Schon geringe Windgeschwindigkeiten können in Kombination mit Dauerregen massive Überschwemmungen verursachen.

„Langsame Stürme sind tückisch“, sagt Meteorologe Dr. Alan Reed. „Sie geben den Menschen den Eindruck von Stabilität, während im Hintergrund immer mehr Regen fällt – und plötzlich steht eine ganze Stadt unter Wasser.“

Fazit: Der Sturm als Symptom einer größeren Krise

Tropensturm Melissa ist nicht nur ein Wetterereignis, sondern ein Warnsignal.
Er zeigt, wie sehr der Klimawandel die Dynamik tropischer Stürme verändert – weniger Geschwindigkeit, aber dafür längere Verweildauer und größere Zerstörungskraft durch Wasser.

Klimaforscher fordern daher, diese Entwicklung stärker in Frühwarnsysteme und Katastrophenschutzstrategien einzubeziehen. Denn wenn Stürme wie Melissa künftig häufiger „die Bremse ziehen“, müssen sich betroffene Regionen auf längere und heftigere Unwetterperioden einstellen.

„Melissa ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der Klimawandel unsere Stürme neu schreibt“, sagt Dr. Carter.
„Sie werden nicht unbedingt stärker – aber sie bleiben länger. Und das kann genauso gefährlich sein.“

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