Bilanzanalyse – Stand 31.12.2024
Quelle: Hinterlegte Bilanz im Handelsregister
🔍 AKTIVA (Vermögensseite)
1. Anlagevermögen: 2.825.098,39 €
- Unverändert zum Vorjahr (2.825.427,39 €).
- Es handelt sich vermutlich um immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen oder Beteiligungen, die langfristig gebunden sind.
- Die Stabilität in diesem Posten spricht für Werthaltigkeit – aber auch für ausbleibende Neuinvestitionen oder fehlendes Wachstum.
2. Umlaufvermögen: 130.055,58 €
- Rückgang gegenüber Vorjahr (174.237,10 €).
- Enthält u. a. Forderungen (109.196,76 €) und liquide Mittel (nur 20.858,82 €).
- Diese Liquiditätslage ist extrem angespannt. Das Unternehmen hat nur sehr begrenzte kurzfristige Handlungsspielräume bei Zahlungsausfällen oder unerwarteten Ausgaben.
3. Rechnungsabgrenzungsposten: 56.087,34 €
- Möglicherweise Vorauszahlungen oder zeitlich abzugrenzende Aufwendungen.
- Der Betrag ist relativ hoch im Verhältnis zur Liquidität – ein Zeichen für geringe unmittelbare Zahlungsfähigkeit.
🏛️ PASSIVA (Kapital- und Finanzierungsstruktur)
1. Eigenkapital: –117.064,57 €
- Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat sich deutlich verschlechtert (Vorjahr: –71.081,25 €).
- Das Unternehmen ist bilanziell überschuldet – ein klares Warnsignal.
- Rechtlich relevant: Nach § 19 InsO (Insolvenzordnung) kann dies ein Kriterium für Insolvenz sein, wenn keine positive Fortführungsprognose besteht.
2. Rückstellungen: 10.000 €
- Unverändert. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung sind das extrem niedrige Rückstellungen.
- Möglicherweise werden Risiken und Verpflichtungen nicht ausreichend bilanziell berücksichtigt.
3. Verbindlichkeiten: 3.118.305,88 €
- Davon kurzfristig fällig: 1.114.805,88 €
- Langfristig (>1 Jahr): 1.980.000 €
- Kurzfristige Verbindlichkeiten übersteigen das Umlaufvermögen um fast das Zehnfache – ein massives Liquiditätsrisiko.
- Die Fremdkapitalquote liegt weit über 100 % – ohne Sanierungsmaßnahmen ist das auf Dauer nicht tragfähig.
⚖️ Zusammenfassung & Bewertung
| Kennzahl/Aspekt | Einschätzung |
|---|---|
| Eigenkapitalquote | ❌ Stark negativ – bilanzielle Überschuldung |
| Liquidität (kurzfristig) | ❌ Kritisch – sehr niedriger Kassenbestand |
| Fremdkapitalquote | ⚠️ Extrem hoch – deutlich über 100 % |
| Investitionsdynamik | ⚠️ Kaum sichtbar – Stagnation bei Anlagevermögen |
| Rückstellungen | ❌ Gering – Risiken wohl unzureichend bilanziert |
| Insolvenzrisiko | ⚠️ Objektiv gegeben, sofern keine Maßnahmen folgen |
📌 Empfehlungen / Ausblick
- KapitalmaĂźnahmen notwendig
- Zufuhr von Eigenkapital durch Gesellschafter oder Investoren.
- Alternativ: Rangrücktritt bei Gesellschafterdarlehen, um Eigenkapital zu stärken.
- Liquidität verbessern
- Forderungsmanagement optimieren, Skonti nutzen, RĂĽckstellungen realistisch planen.
- Kostenstruktur und Fixkosten prĂĽfen
- Eventuell Verhandlungen mit Gläubigern, Mietgebern, Lieferanten nötig.
- Strategiekommunikation verbessern
- Transparente Finanzkommunikation gegenüber Stakeholdern (z. B. Banken, Geschäftspartnern) ist entscheidend, um Vertrauen zu erhalten oder wiederzugewinnen.
- Bilanzpolitisch verbessern
- Bewertungsspielräume nutzen, realistische und vorsichtige Bilanzierung sicherstellen (z. B. stille Reserven aufdecken?).
📉 Fazit (kritisch, aber fair)
Das Unternehmen befindet sich in einer finanziell angespannten Lage. Eine sanierungsbedürftige Überschuldung kombiniert mit niedriger Liquidität und einer hohen Abhängigkeit von Fremdkapital birgt erhebliche Risiken – sowohl operativ als auch bilanziell. Ohne baldige Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals und Verbesserung der Zahlungsfähigkeit könnte mittelfristig eine Insolvenzgefahr bestehen.
Dennoch: Die stabile Struktur des Anlagevermögens könnte als Grundlage für eine Sanierung oder Restrukturierung dienen – sofern Vertrauen bei Kapitalgebern, Gesellschaftern und Gläubigern hergestellt oder erhalten werden kann.
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