Bei einem Feuergefecht zwischen kubanischen Grenztruppen und der Besatzung eines in den USA registrierten Schnellboots sind nach offiziellen Angaben aus Havanna vier Menschen ums Leben gekommen. Sechs weitere Insassen des Boots wurden verletzt und medizinisch behandelt. Das teilte die kubanische Botschaft in Washington unter Berufung auf das Innenministerium mit.
Den Angaben zufolge befanden sich sämtliche Todesopfer sowie die Verletzten an Bord des Schnellboots. Auf kubanischer Seite wurde der Kommandant eines Patrouillenboots verwundet. Auch die verletzten Personen vom Schnellboot würden ärztlich versorgt, hieß es.
Havanna: Schüsse kamen vom Boot
Nach Darstellung der kubanischen Behörden wurde das Schnellboot in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) in kubanischen Hoheitsgewässern entdeckt. Es habe sich bis auf etwa eine Seemeile der Nordküste in der Provinz Villa Clara genähert.
Als eine Einheit der Grenztruppen zur Identifizierung näherkam, habe die Besatzung des Schnellboots das Feuer eröffnet. Daraufhin sei es zu dem Schusswechsel gekommen.
Angespannte Beziehungen zwischen Kuba und den USA
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund stark belasteter Beziehungen zwischen Havanna und Washington. Nachdem die USA Venezuela angegriffen und Präsident Nicolás Maduro festgenommen hatten, stoppten sie die für Kuba wichtigen Öllieferungen aus dem südamerikanischen Land.
US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, er rechne damit, dass Kuba die Blockade wirtschaftlich nicht lange durchhalten werde, was letztlich zu einem politischen Umbruch führen könne.
Nur wenige Stunden vor dem Zwischenfall wurde jedoch bekannt, dass die USA ihre Beschränkungen für Öllieferungen nach Kuba lockern wollen. Das US-Finanzministerium sprach von einer Maßnahme der „Solidarität mit dem kubanischen Volk“. Gleichzeitig betonte Washington, die Regierung in Havanna solle nicht von den Erleichterungen profitieren.
Die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage auf der Karibikinsel hatte sich durch den Wegfall der venezolanischen Öllieferungen zuletzt weiter verschärft.
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