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Tot, vertauscht, verschickt – wenn Pietät auf Bürokratie trifft

geralt (CC0), Pixabay
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Manche Katastrophen enden mit einem würdevollen Abschied – nicht so im Fall des Absturzes der Air-India-Maschine vom 12. Juni. Statt Trost bekamen einige Familien Särge mit wildem DNA-Mix, andere schlicht die falsche Leiche. Willkommen im kafkaesken Albtraum transnationaler Pannenlogistik.


„Ein bisschen falsche DNA – kann ja mal passieren“

Laut dem britischen Anwalt James Healy-Pratt wurde bei der Rückführung der Opfer aus Indien offenbar munter gemischt: Hier ein Arm, da ein Fuß, alles hübsch verpackt im Sarg – nur leider nicht immer zur richtigen Person gehörend. Eine Familie erhielt eine Sammlung Leichenteile, die genetisch eher einem Horrorfilm-Casting entsprachen. Und das nennt sich dann internationale Zusammenarbeit.


Indien wiegelt ab: Alles „höchste Professionalität“

Das indische Außenministerium ließ sich die Blöße nicht geben und beteuerte, man habe mit „höchster Professionalität“ gearbeitet. Wenn das stimmt, möchte man lieber nicht wissen, wie dort „schlampig“ aussieht. Vielleicht ist es ja inzwischen staatliche Praxis, Tote wie Päckchen bei Amazon Prime zu behandeln – ohne Rückgaberecht.


Betroffene Familien fassungslos – und britische Behörden im diplomatischen Spagat

Der Sohn einer Verstorbenen, Miten Patel, zeigte sich gegenüber der BBC erschüttert. Seine Mutter sei nicht vollständig in ihrem eigenen Sarg angekommen – was vermutlich nicht ganz dem entspricht, was man sich unter einer letzten Reise vorstellt. Die Teams in Indien seien „müde und unter Druck“ gewesen – na dann ist ja alles gut. Schließlich erwartet ja niemand, dass man nach einem Flugzeugabsturz auch noch richtig arbeitet.


Staatschefs wollen „darüber sprechen“ – also nichts tun

Immerhin soll nun beim Besuch von Indiens Premierminister Modi in London das Thema „angesprochen“ werden. Was in der Sprache der Diplomatie meist bedeutet: Es wird höflich genickt, bedeutungsschwangere Phrasen werden ausgetauscht – und dann passiert: genau nichts.


Fazit: Wer falsch zugestellt wird, hat wenigstens für Gesprächsstoff gesorgt

Es ist ein letzter Akt der Entwürdigung für Menschen, die ohnehin schon auf tragischste Weise ums Leben kamen. Und ein weiterer Beweis dafür, dass würdevoller Umgang mit Toten in internationalen Behördenkonstrukten offenbar nur noch eine Option ist – keine Pflicht.

Traurig. Zynisch. Und leider ganz real.

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